Aktuelles aus der Praxis

Mundgeruch: vielfach unterschätzt

Laut einer aktuellen Meldung der Bundeszahnärztekammer werden die Gründe für Mundgeruch von fast jedem zweiten Bundesbürger falsch eingeschätzt. Eine forsa-Umfrage hatte kürzlich gezeigt, dass rund 53 % der Befragten meinten, Mundgeruch stünde mit Zahnschmerzen in Verbindung – was so nicht richtig ist. Eine kleine Mehrheit allerdings antwortete korrekt: Wenn es aus dem Mund riecht, ist nicht selten eine Parodontitis, eine Zahnbettinfektion entscheidend daran beteiligt. Es sei wichtig, bei Anzeichen von Mundgeruch eine Kontrolluntersuchung in der Zahnarztpraxis vornehmen zu lassen: Es sollte raschestmöglich geklärt werden, ob der Geruch beispielsweise von einem übersehenen faulenden Ernährungsrest ausgeht oder gar von einer sich entwickelnden Parodontitis. Um die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, wurde die digitale Aufklärung über die Website www.paro-check.de gestartet. Erfreuliche weitere Ergebnisse der forsa-Umfrage: Rund 80 % aller Befragten ordneten richtigerweise Zahnfleischbluten und freiliegende Zahnhälse als mögliche Parodontitis-Symptome ein, und über 80 % wussten, dass eine Parodontitis ungünstige Auswirkungen auf die gesamte körperliche Gesundheit haben kann. Auffällig ist, dass besonders bei jüngeren Menschen bis 30 Jahre das Wissen um Parodontitis und ihre Risiken im Vergleich zu älteren Befragten deutlich unterentwickelt ist.

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Entzündung: Gibt es Alternativen zu Antibiotika?

Entzündungen in Mund sind ein Krankheitsprozess, den sicher – in der einen oder anderen Ausprägung – jeder schon einmal hatte: Zahnfleischentzündungen beispielsweise. Im Anfangsstadium kann man sie oft selbst „heilen": Putzt man häufig und sehr sorgfältig, auch wenn es vielleicht anfangs weh tut, die Zahnbeläge weg, deren bakterielle Inhalte die Entzündung auslösen und voranbringen, kann der Selbstheilungsprozess des Körpers die Entzündung meist gut in den Griff bekommen. Insofern wird auch deutlich, warum eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) nicht selbst und zuhause behandelt werden kann: In die tieferen Taschen und Nischen gelangt keine Zahnbüste, um dort die bakteriellen Beläge zu entfernen. Der Prozess ist mit einer Zahnbürste letztlich nicht zu stoppen – auch wenn intensive Mundhygiene dafür sorgt, dass es keinen Nachschub an Entzündungskeimen gibt. Während bei der Behandlung an Ort und Stelle rund um den Zahn Tiefen-Sauberkeit mit Entfernung der infizierten Gewebe herbeigeführt wird, gibt es in entsprechenden Fällen auch den ergänzenden Weg einer medikamentösen Unterstützung: Über die Blutbahn werden antibakterielle Medikamente wie Antibiotika in das Behandlungsgebiet transportiert. Da es inzwischen immer öfter Antibiotika-Resistenzen gibt und außerdem die Darmflora belastet wird, sucht die Wissenschaft weltweit nach Alternativen. Mittlerweile zeigt sich, wie eine Zahnärzte-Zeitung kürzlich berichtete, dass die Behandlung mit Phagen (spezialisierte Viren) ein spannender Weg sein und werden kann. Auch interessant und offenbar ebenfalls wert, weiter geprüft zu werden: ein Liquid, eine Art elektrochemisch aufgeladene Salz-Wasser-Mundspül-Lösung. Im Ausland gibt es dazu bereits ermunternde Erfahrungen. Möglicherweise ist dieses Vorgehen bald auch in immer mehr Zahnarztpraxen in Deutschland zu finden.

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Zahnarztbesuch: Wenn Scham davon abhält

Nicht nur Angst ist bei manchen Menschen ein Grund, eine Untersuchung in der Zahnarztpraxis zu vermeiden: Auch Scham kann ein so starkes Gefühl sein, dass man sich selbst damit schadet – darauf weist die Mundgesundheitsinitiative proDente in einer aktuellen Information hin. Betroffene sorgen sich beispielsweise, dass sie aufgrund der fortschreitenden Zerstörung von Zähnen oder Zahnfleisch seitens des Praxisteams kritisiert werden, es ist ihnen peinlich, dass sich ihre Situation so ungesund entwickelt hat. Je weiter die Betroffenen Kontrolle und Behandlung aber aufschieben, um so größer wird die Belastung: Irgendwann muss im Rahmen einer Behandlung ein Ende der Zerstörungsentwicklung gesetzt werden, um das, möglich ist, zu erhalten oder Verluste zu rekonstruieren. Wie sehr diese Menschen ihre eigene Situation und auch die mit der Zeit sich oft drastisch darstellenden Veränderungen im Mund belastet, zeigt sich auch daran, dass viele im Beisein anderer nicht mehr lachen oder sprechen. Dass ein oft auch bakteriell erkrankter Mund auch Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit haben kann, ist zwar vielen Betroffenen bekannt – wird aber ebenfalls verdrängt. Die Angst vor dem Zahnarztbesuch überwiegt alles. Nicht selten sind Kindheitserfahrungen der Grund. Wie die Initiative proDente mitteilt, kann auch Behandlungsangst der Eltern sich auf die Kinder übertragen. Wichtig zu wissen: Die Zahnarztpraxen kennen das Problem und sind mit passenden Behandlungskonzepten gut auf solche Patienten vorbereitet.

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Tag der Zahngesundheit 2022: Kita und Grundschule im Blickpunkt

    Seit über 30 Jahren ist in Deutschland der 25. September der „Tag der Zahngesundheit". Besonders der Aspekt der Vorbeugung von Zahn- und Munderkrankungen steht dabei im Fokus, ergänzt um Mundgesundheitsthemen, die verschiedene Patientengruppen besonders betreffen. Im diesem Jahr geht es am 25. September vor allem um die Kinder in Kita und Grundschule. Hier ist das Haupt-Einsatzfeld der sogenannten „Gruppenprophylaxe": Teams aus Zahnärzten und ausgebildeten Prophylaxe-Fachkräften gehen in Kitas und Grundschulen und bringen den Kindern altersgerecht die jeweils richtigen Schritte zur Zahnpflege bei und schauen auch darauf, wie der Mundgesundheitszustand der Kinder ist. Neben den Angeboten in den Zahnarztpraxen werden auf diese Weise über die Gruppenprophylaxe auch viele solcher Kinder erreicht, die nicht über ihre Familie den Weg in die Zahnarztpraxen finden. Frühzeitig kann das Prophylaxeteam dabei unterstützen, beginnende Zahnschäden alsbald zahnärztlich behandeln zu lassen. Alljährlich werden über 4,5 Millionen Kinder in Deutschland mit dem Angebot der Gruppenprophylaxe erreicht, das sind vier von fünf Kindern insgesamt. Zum Programm gehört nicht nur das richtige Zähneputzen, sondern auch der mundgesundheitlich relevante Aspekt Ernährung sowie die Motivationsförderung, die kostenlosen Angebote zur Mundgesundheitskontrolle in der Zahnarztpraxis wahrzunehmen. Ziel ist, mit gesundem Milchgebiss in ein gesundes bleibendes Gebiss zu starten und die Zähne möglichst ein leben lang gesund zu erhalten. 

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Amalgamfüllungen: aktueller Sachstand

Auf einer UN-Konferenz haben sich die beteiligten Organisationen Ende März in Bali auf weitere Empfehlungen zur Verwendung des Zahnfüllungsmaterials „Amalgam" geeinigt. Amalgam ist eine allgemeine Bezeichnung für eine Legierung, also ein Gemisch aus verschiedenen Inhaltsstoffen: Dental-Amalgam besteht beispielsweise überwiegend aus Silber, Kuper und Zinn, die über eine Beimischung von Quecksilber zu einer formbaren Masse werden und „Löcher" im Zahn insofern auch in eher versteckten Ecken ausfüllen können. Regelmäßig werden Produkte, die Quecksilberanteile enthalten, im Rahmen dieser UN-Konferenz-Reihe unter aktuellen Gesichtspunkten neu betrachtet. Mit dem Hinweis, dass es derzeit noch kein vergleichbares Alternativprodukt gibt, sprachen sich einige der beteiligten Länder aktuell gegen ein komplettes Amalgamverbot zur jetzigen Zeit aus. Vereinbart wurde daher das Vorangehen auf dem bereits gestarteten Weg einer schrittweisen Reduzierung des Amalgameinsatzes, was bedeutet: Das plastische Füllmaterial soll ab 25. Juni 2022 weltweit möglichst gar nicht mehr genutzt werden bei schwangeren und stillenden Frauen sowie bei Kindern unter 15 Jahren. Für die EU-Länder bringt dies keine Veränderung: Diese zuvor genannte Gruppe an Patienten gehört bereits seit 2018 zu dem Kreis der Menschen, die nicht mehr mit Amalgam versorgt werden soll, außer, es spricht eine individuelle Situation dafür. In den EU-Mitgliedsländern gibt es zudem eigene Konzepte zum fortschreitenden Ausstieg aus der Verwendung dieses Zahnfüllwerkstoffes.

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Auszeichnung: Präventionspreise für Mundgesundheitskonzepte

Eine schöne Gelegenheit, über aktuelle Entwicklungen oder spannende Kleinprojekte im Bereich der Vorbeugung (Prävention) von Munderkrankungen zu reden, ist die Kampagne „Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland", gestartet wurde sie von der Bundeszahnärztekammer in Zusammenarbeit mit einem renommierten Unternehmen im Bereich Mundhygiene-Produkte. Kürzlich wurden die entsprechenden Präventionspreise für das Jahr 2021 verliehen. Das erste Preisträgerteam, das an der Medizinischen Hochschule Hannover arbeitet, stellte Konzepte zur Unterstützung der Eigenverantwortung von Seniorinnen und Senioren vor und wie sie ihre häusliche Mundhygiene durch Selbstkontrolle noch optimieren können. Es zeigte sich, dass beispielsweise eine App oder ein Abakus (eine Art Rechenschieber) als Mundhygiene-Begleiter eine deutlich motivierende Rolle spielten. Mit einem spannenden Konzept hatten sich zwei Wissenschaftlerinnen des Universitätsklinikums Freiburg beworben, sie wurden mit dem zweiten Preis dafür ausgezeichnet: Ihr Projekt ist eine kultursensible Online-Plattform für mehr Mundgesundheits-Wissen und Anwenden der Kenntnisse insbesondere für Menschen auf der Flucht, Erklärvideos bieten Mundhygiene-Anleitungen in verschiedenen Sprachen mit Rücksicht auf den jeweiligen kulturellen Hintergrund. Auch ein Team aus einer Zahnarztpraxis gehört zu den Preisträgern: Das Zahnärzte-Paar erhielt den dritten Preis für seine Vorschläge, wie moderne und zukunftsorientierte Technik Menschen in Pflegebetreuung dabei unterstützen kann, kritische Mundgesundheitsentwicklungen besser zu vermeiden. Alle drei Preisträger hatten somit Lösungen entwickelt für Menschen mit körperlichen, sprachlichen oder kulturellen Hindernissen, die diesen eine Verbesserung ihrer Chancen auf mehr Mundgesundheit bieten.

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Zahnverfärbungen: Rolle des Rauchens

An der Farbe der Zähne können Menschen mit geschultem Blick erkennen, welche Genussmittel genutzt werden. So ist beispielsweise das Zahnweiß bei Rauchern eher gelblich. Wichtig zu wissen: Nicht der Grundfarbton der Zähne ist betroffen, sondern es handelt sich um eine Schicht an Farbpigmenten vor allem von Nikotin und Teer auf der Zahnoberfläche. Dass sich die sichtbaren Zahnfarben von Rauchern und Nichtrauchern unterscheiden, hat jetzt auch eine wissenschaftliche Studie untermauert: Eine Gruppe italienischer Forscher hat die Farbwirkung mit Hilfe der Spektralphotometrie überprüft und kann nun auch mit Messdaten untermauern, dass und in welchem Ausmaß das Rauchen Auswirkungen auf die sichtbare Farbe der Zähne hat. Hintergrund der Forschungsarbeit war auch das Ziel, betroffenen Menschen nicht nur mit „Augenmaß", sondern auch mit fundierten Daten die optischen Folgen von Nikotin, Teer & Co nahebringen und sie insofern vielleicht noch überzeugender vom Rauchen abbringen zu können. Mit dem Rauchen aufzuhören habe, so die Forscher, dann auch positive Effekte hinsichtlich des Mundgeruches – von den allgemeingesundheitlich relevanten Effekten ganz zu schweigen. Hinsichtlich der Optik der Zähne sei bereits ein Umstieg auf nicht-nikotinfreisetzende Produkte wie beispielsweise E-Zigaretten eine erste Alternative.

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Zahnvorsorgeuntersuchungen: Nachfrage steigt wieder

Wie aktuelle Daten der Kaufmännischen Krankenkasse deutlich machen, ist den Patientinnen und Patienten in Deutschland ihre Mundgesundheitskontrolle sehr wichtig.  Während es pandemiebedingt insbesondere im Jahr 2020 zu einem Nachlassen der Inanspruchnahme der kostenlosen Vorsorge gekommen war, sind bereits im ersten Halbjahr 2021 die Zahlen wieder deutlich angestiegen. Zwar war zu diesem Erhebungs-Zeitpunkt die Gesamtzahl der erfolgten Untersuchungen aus dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 noch nicht wieder ganz erreicht, aber immerhin ist der Rückgang von 15 % auf nunmehr 5 % geschrumpft, und es steht zu erwarten, dass er zwischenzeitlich wieder ausgeglichen ist. Bei dem Blick in die Krankenkassen-Daten zeigte sich auch, dass der Anteil der Patientinnen und Patienten, die das Zahnvorsorge-Angebot im ersten Halbjahr 2021 angenommen hatten, in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg am höchsten lag, am Ende der Tabelle findet sich das Saarland. Im Schnitt lassen rund 25 % mehr Frauen als Männer ihre Mundgesundheits-Situation sachkundig prüfen.

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