Fluorid: Was ist das?

Die meisten Zahnpasten enthalten Fluoride. Auch vielen Mundwässern sind sie beigefügt. Es gibt sie in sehr niedriger Dosierung in Pflegeprodukten für die ersten Milchzähnchen und hoch konzentriert als Gel oder Lack für Intensivmaßnahmen zum Schutz der Zähne vor säurebedingter Auflösung. Was aber ist eigentlich dieses „Fluorid" – und ist es vielleicht schädlich? Diese Frage stellen sich besonders viele Eltern, deren Kinder beispielsweise eine „Versiegelung" der Backenzähne erhalten sollen. Der Mundgesundheits-Informationsdienst „proDente" hat daher Anfang April in einer Fachinformation Hintergründe zusammengestellt. Unter anderem zur Frage der möglichen Schädlichkeit: Demnach sei Fluorid (das nicht mit dem Gas Fluor identisch ist) das vermutlich am gründlichsten untersuchte Medikament, rund 300.000 Studien gebe es zu diesem Produkt, die keinerlei Hinweise auf mögliche Gesundheitsschädigungen zeigen. Während Fluor ein giftiges Gas ist, gehört das Fluorid zu den wichtigen Spurenelementen, die der Körper braucht – erklärte in der Fachinformation Prof. Dr. Stefan Zimmer, Universität Witten/Herdecke. Fluoride sind Salze und kommen, mehr oder weniger gut verteilt, in der Natur vor. In manchen Gegenden, zu denen auch Deutschland gehört, sind sie eher spärlich verbreitet – deshalb macht es hierzulande Sinn, sie altersgerecht und nach ausgewogenem Plan beispielsweise über die Nahrung (fluoridiertes Salz) aufzunehmen oder über Mundpflegeprodukte lokal anzuwenden.

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Aktuelles aus der Praxis

Geschrumpfter Kieferknochen: Krankenkasse muss nicht für Implantate zahlen

Gesetzliche Krankenkassen müssen selbst dann nicht für eine Implantatbehandlung aufkommen, wenn ein Patient wegen starken Knochenschwundes der Kiefer auf andere Weise nicht mit Zahnersatz versorgt werden kann. Dies hat das Sozialgericht Stuttgart unlängst entschieden. In dem zugrunde liegenden Rechtstreit hatte ein gesetzlich Versicherter seine Krankenkasse auf Übernahme der Kosten für mehrere Zahnimplantate im zahnlosen Oberkiefer verklagt. Der behandelnde Zahnarzt hatte eine konventionelle Versorgung mit einer Prothese für ausgeschlossen gehalten. In seiner Begründung führte das Sozialgericht aus, dass die Behandlung mit Implantaten grundsätzlich nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gehöre und eine Kieferatrophie nicht zu jenen Ausnahmeindikationen gehöre, bei denen die Kosten übernommen würden. Darum kann eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein, die solche Kosten abdeckt. Bildquelle: i-stock/filmfoto

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Zahnprobleme im alten Ägypten

Wissenschaftler vom britischen Museum in London haben mit modernen Verfahren den Zahnstatus von acht historischen Mumien aus dem alten Ägypten und dem Sudan untersucht. Ein gesundes Gebiss konnten die Forscher bei keiner Mumie feststellen. Zahnverlust, schwere Zahnschäden und vor allem Entzündungen und Abszesse waren häufig. Eine Mumie aus der Zeit des römischen Imperiums hatte fünf Backenzähne verloren. Zu Lebzeiten musste der betroffene Mann unter stärksten Schmerzen aufgrund massiver Abszesse gelitten haben. Über die Zahnheilkunde im alten Ägypten wissen die Forscher wenig. Es gibt jedoch Hinweise in Wandmalereien, dass Zahnbehandlungen erfolgten. Bildquelle: i-stock/KriveArt

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Schmerzempfindliche Zähne durch falsche Zahnpflege

Harte Zahnbürsten, horizontales Schrubben und zu viel Druck beim Zähneputzen kann dazu führen, dass sich das Zahnfleisch am Übergang zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel zurückzieht und der Zahnhals mit einem dünneren Zahnschmelz freiliegt.  Dann kann bereits kalte Luft oder ein schwacher Reiz blitzartige, stechende Schmerzen verursachen. Schätzungen zufolge haben etwa 30 Prozent der Bevölkerung schmerzempfindliche Zähne. Vor allem betroffen ist die Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen. Viele Patienten vernachlässigen aufgrund der Schmerzen die Mundhygiene.  Eine sanfte Putztechnik, weiche Zahnbürsten, sanfte Zahnpasten und mindestens 30 Minuten Abstand zwischen Essen und Zähneputzen können die Beschwerden lindern. Günstig wirkt sich auch der Verzicht auf säurehaltige Lebensmittel aus. Ebenso kann die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt freiliegende Zahnhälse mit einem speziellen Versiegelungslack schützen. Bildquelle: Getty

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Zahnschutz tragen beim Sport

Etwa zwei Drittel aller Unfälle, bei denen Zähne ausgeschlagen oder schwer geschädigt werden, passieren beim Sport oder auf dem Spielplatz. Zahnmediziner empfehlen daher vor allem bei bestimmten Sportarten wie Handball, Eishockey, Fußball oder Skaten das Tragen eines Zahnschutzes. Dieser wird individuell von einem Zahntechniker angefertigt. Außerdem sollten Zahnrettungsboxen, in denen ausgeschlagene Zähne für einige Zeit bis zur Behandlung aufbewahrt werden können, auf Sportplätzen, in Freibädern und Schulen verfügbar sein. Bildquelle: i-stock/fotokostic

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Wundheilung bei Älteren langsamer

Es gibt Hinweise, dass Verletzungen und Entzündungen des Zahnfleisches bei älteren Menschen langsamer heilen als bei jüngeren. Chilenische Wissenschaftler sind diesem Verdacht mit Untersuchungen an Nagetieren und Studien mit Zellen in der Kulturschale nachgegangen. Wie die Forscher in einer Fachzeitschrift berichten, verläuft die Regeneration von Bindegewebe älterer Tiere in der Kulturschale in der Tat langsamer als jene jüngerer Tiere. Dies hat nicht nur damit zu tun, dass Regenerations- und Teilungsfähigkeit der Zellen bei älteren Tieren eingeschränkt sind, sondern auch damit, dass im Blutserum dieser Tiere bestimmte Botenstoffe, die die Geweberegeneration anregen, in geringeren Konzentrationen vorkommen. Dies könnte erklären, warum Zahnfleisch- oder Zahnbettentzündungen bei älteren Patienten gelegentlich länger brauchen, bis sie abgeheilt sind. Bildquelle:  i-Stock / HconQ

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Zungen-Piercing kann Zähne schädigen

Piercing ist bei jungen Menschen ein Modetrend. Im Mundbereich ist diese Körpermodifikation indes keineswegs harmlos und ungefährlich. Dies betonen griechische Wissenschaftler in einer aktuellen Fachpublikation. Das Durchstechen von Gewebe, etwa der Zunge, im Mundbereich, um Metallschmuck zu befestigen, kann die Hart- und Weichgewebe schädigen. Dies bestätigt inzwischen eine Fülle von Berichten in zahnmedizinischen Fachzeitschriften. Werden beispielsweise Metallkugeln als Schmuck auf der Zunge befestigt, kann dies den Zahnschmelz schädigen. Auch das Zahnfleisch kann in Mitleidenschaft gezogen werden. So ist der Zusammenhang zwischen Piercings im Mundbereich und Zahnbettentzündungen belegt, da  sich die bakteriellen Erreger einer Parodontitis an den Metallteilen anlagern können. Darum sind eine gründliche Mundhygiene und  regelmäßige Kontrollen der Mundgesundheit durch den Zahnarzt unverzichtbar. Bildquelle: iStock©jmsilva

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Computergestützte Implantologie erlaubt schonendere Eingriffe

Der Trend in der Implantologie geht eindeutig zu minimal-invasiven Eingriffen, welche die Patienten weniger belasten. Möglich wird dies durch die computergestützte Implantologie: Der Zahnarzt plant dabei den Eingriff am Computer und setzt ihn dann mit sogenannten Bohrschablonen um. Dadurch muss das Zahnfleisch nicht mit dem Skalpell eröffnet werden, sondern der Zahnarzt bohrt ein sehr dünnes Loch für das Implantat mit Hilfe der Bohrschablone. Durch solche weniger belastenden Eingriffe, lassen sich Schwellungen nach der Operation weitestgehend vermeiden. Bildquelle: Credit Geisler

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