Gute Zähne: guter Schlaf?

Wie eine jüngst veröffentlichte Studie einer japanischen Forschergruppe ergab, liegt ein Zusammenhang von der Anzahl eigener Zähne und gesundem Schlaf nahe. Die Wissenschaftler hatten eine sehr große Anzahl an Senioren (weit über 20.000 Teilnehmer, Durchschnittsalter rund 75 Jahre) mit Blick auf deren Schlafqualität untersucht, da Schlafstörungen in Zusammenhang stehen beispielsweise mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen. Dabei zeigte sich, dass Studienteilnehmer mit weniger als zehn eigenen Zähnen auf deutlich weniger erholsame Schlafzeit kamen als die Vergleichs-Senioren, die Schlafzeit-Differenz lag bei zwei bis drei Stunden. Warum die fehlenden Zähne Einfluss auf die Schlafqualität und –dauer haben, ist bisher nicht erkannt, vermutet wird, dass die fehlenden Zähne Mund und Kiefer beim Schlaf in eine unnatürliche Position bringen und möglicherweise dadurch die Atmung verändern.

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Aktuelles aus der Praxis

Studie: Amalgam und Schwangerschaft

Bereits seit dem 1. Juli 2018 empfiehlt eine entsprechende EU-Verordnung, das Zahnfüllungsmaterial Amalgam bei Schwangeren und Stillenden, bei Milchzähnen und bei Kindern unter 15 Jahren besser zu vermeiden und durch eine Alternative zu ersetzen. Dem Thema mit Fokus auf Schwangerschaft hat sich eine Studie in Norwegen gewidmet, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden. Demnach ist vor allem die Anzahl der Füllungen bei Schwangeren im Zeitraum rund um die Geburt ein Risiko für Gesundheitsbelastungen. Spürbare Folgen zeigten sich bei einer Gesamtzahl an Amalgam-Füllungen bei 13 behandelten Zähnen. Weitere mögliche Risiken wie Übergewicht, Rauchen, Alkohol und andere waren zuvor ausgeblendet worden. Während sich diese Studie den Folgen für die Schwangere selbst widmete und erstmals einen direkten Zusammenhang darstellte, zeigten andere Studien schon früher einen möglicherweise belastenden Einfluss auf die Gesundheit des werdenden Kindes. Alternative Füllungsmaterialien stehen heutzutage in größerer Vielfalt zur Verfügung – was im individuellen Fall das Beste für Mutter und Kind ist, können Patienten in ihrer Zahnarztpraxis erfragen.

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Umfrage: Mundgeruch besonders peinlich

Bei einer ärztlich ausgerichteten online-Umfrage zum Thema Peinlichkeiten zeigte sich, so eine aktuelle Veröffentlichung der Ergebnisse in einer zahnärztlichen Fachzeitschrift, dass den befragten Menschen starker Mundgeruch, ebenso wie Achselgeruch, am peinlichsten ist. Auch an zweiter Stelle kommt der Mund vor: sogenannte „schlechte Zähne" und Zahnbetterkrankungen wie schwindendes Zahnfleisch stören fast ebenso viele Menschen. Auf den weiteren Plätzen landeten übermäßiges Schwitzen, Blähungen und Läuse. Der Umfrage zufolge sind Frauen solche „Peinlichkeiten" deutlich unangenehmer als Männern (Frauen: 42 %, Männer: 28 %). Es zeigte sich auch, dass als peinlich empfundene Gesundheitsstörungen nicht selten Einfluss auf das Berufsleben und die Lebensqualität haben, so gab eine Befragte auch an, ihre Gesangskarriere aufgrund der „schlechten Zähne" aufgegeben zu haben. Es zeigte sich zudem, dass das Gespräch darüber sowohl mit dem Partner/der Partnerin als auch mit dem Arzt/der Ärztin fast jedem zweiten Befragten schwer fiel – im Gegensatz zu einem Gespräch mit Praxismitarbeitern wie beispielsweise einer Zahnmedizinischen Fachangestellten oder auch den Apothekern.  

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Mundtrockenheit: komplizierte Diagnostik

Fühlt sich der Mund trocken an, ist das nicht nur lästig: Der mangelnde Speichelfluss gefährdet beispielsweise die Gesundheit des Zahnschmelzes und erhöht das Karies-Risiko. Patienten sollten daher, wenn sie erste Anzeichen dafür bemerken, ihren Zahnarzt darauf ansprechen. Wie ein Fachbeitrag in der Rheinischen Post vor wenigen Wochen deutlich machte, kann die Ursachensuche mühevoll werden und auch die Einbeziehung der Erfahrung anderer Fachärzte, im Fall gestörter Nasenatmung beispielsweise aus dem Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, notwendig machen. Etwas detektivisches Gespür ist bei der Suche nach dem Grund durchaus nötig, denn nicht nur körperliche Erkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente können zu Mundtrockenheit führen, sondern auch die Seele. Bekannt ist, dass Stress bei einer Rede vor Publikum den Speichelfluss im Mund reduzieren kann – der Redner muss dann etwas trinken, damit er richtig sprechen kann. Die Frage, ob man selbst öfter etwas trinken muss, damit sich der Mund normal anfühlt, ist deshalb eine, die man sich hin und wieder stellen sollte: Ist das der Fall, wäre dies ein Hinweis auf ein zu planendes Gespräch mit dem Zahnarzt.

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„Kreidezähne“: Bisphenol A vermutlich nicht Auslöser

Seit die ersten und sich erheblich häufenden Fälle an „Kreidezähnen" bei den Kindern auftraten, wird intensiv nach den zuständigen Ursachen geforscht. Dabei geraten auch immer wieder sogenannte Umwelt-Chemikalien in den Blickpunkt, die in der Alltagswelt der Kinder eine Rolle spielen. Lange Zeit stand diesbezüglich „Bisphenol A" auf der Liste der potentiellen Auslöser. Die Ursachensuche hat Relevanz: Derzeit ist fast jedes dritte 12-jährige Kind von MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, „Kreidezähne") betroffen. Während man nach wie vor keine direkten Auslöser der Zahnbildungsstörung hat festmachen können, rutschen erste „Hauptverdächtige" aufgrund weiterer Untersuchungen gerade wieder eher aus dem Zentrum des Verdachts: Wie eine Antwort der Bundesregierung von Mitte Mai 2019 auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/die Grünen darstellte, werde ein direkter Zusammenhang von Bisphenol A und MIH derzeit als eher „unwahrscheinlich" erachtet. Die Bundesregierung bezieht sich dabei auf eine entsprechende Ausarbeitung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BFR). Einig sind sich alle Seiten, dass weitere Forschungsanstrengungen zwingend seien.

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Zähne bleichen: auch nach Wurzelkanalbehandlung?

Wissenschaftler der Stockton Universität in New Jersey (USA) sind der Frage nachgegangen, welche Folgen Zähnebleichen (Bleaching) für die Zahngesundheit hat – insbesondere dann, wenn vor dem Bleachen eine Wurzelbehandlung erfolgte. Im Fokus steht dabei Wasserstoffperoxid, das bei der überwiegenden Anzahl an Bleaching-Produkten für die Aufhellungswirkung zuständig ist. Was sich zeigte: Wasserstoffperoxid durchdringt alle Schichten eines Zahnes und lässt Kollagene zerfallen, die zu den Bausteinen des Dentins gehören. Je öfter der Zahn gebleicht wird, umso größer die Anzahl der zerstörten Kollagene. Was sich dabei auch zeigte: Ist der Zahn gesund, ist er in der Lage, über die Zellwachstum steuernde Pulpa (Zahnwurzelgefäße) die Zerstörung mehr oder weniger auszugleichen und den Schaden zu reduzieren. Anders sieht das aus, wenn der Zahn wurzelbehandelt ist: Dann fällt diese Möglichkeit der Regeneration weg. Die Wissenschaftler legen damit die zu bedenkenden Konsequenzen auf den Tisch: Bei wurzelbehandelten Zähnen muss Art und Umfang des Zähnebleichens intensiver bedacht werden.

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Frauenärzte warnen Schwangere: Zahngesundheit ernstnehmen

Nicht nur die Zahnärzte, sondern beispielsweise auch die Frauenärzte erachten sorgfältige Mundhygiene und auch intensivierte Kontrolltermine im Zeitraum der Schwangerschaft als notwendig. Wie die Initiative „Frauenärzte im Netz" kürzlich in einer Meldung herausstellte, birgt die hormonell spezielle Situation der werdenden Mütter ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Zahnfleisch- und Zahnbettentzündungen. Die Hormonumstellung führt zu einer Lockerung des Bindegewebes, die Schleimhaut wird durchlässiger, meist sind die Blutgefäße erweitert: Das kann dazu führen, dass Keime leichter in das Gewebe eindringen können. Umso wichtiger ist es, gerade in dieser Lebensphase dafür zu sorgen, dass keimhaltige Zahnbeläge so rasch wie möglich entfernt werden – durch sorgfältige Zahn- und Zahnfleischrand-Reinigung, am besten mit einer weichen Zahnbürste. Etwa im 4. und im 8. Monat mindestens ist eine Zahngesundheitskontrolle empfehlenswert, so die Frauenärzte-Organisation.

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Zahnschmerzen: strahlender Schmerz

Wer jemals Zahnschmerzen hatte, weiß: Der Schmerz kann ausstrahlen. Manchmal sind nur Ober- oder Unterkiefer betroffen, manchmal zieht er bis hinauf in die Schläfenregion. Es kann aber auch sein, dass die Ursache des Zahnschmerzes gar nicht im Zahn selbst, in Form einer Karies beispielsweise, zu finden ist: Wie die Initiative proDente, ein zahnmedizinischer Informationsservice, vor Kurzem berichtete, können auch Schmerzen als Begleitsymptome anderer Erkrankungen bis in den Mund ausstrahlen. Es ist demnach gar nicht so selten, dass Brustschmerzen bei Herzinfarkt auch im Kiefer zu spüren sind. Ist die Nasennebenhöhle entzündet, kann der Infekt die Backenzahnwurzeln im Oberkiefer tangieren. Kopfschmerzen, Ohrenentzündung, Gürtelrose, Migräne: Die Liste der Allgemeinerkrankungen, die auch im Mund zu Schmerzen führen können, ist recht lang. Was auch bedeutet: Ein Zahnarzt braucht, wenn zahnbezogene Defekte nicht ganz offensichtlich sind, auch allgemeingesundheitliches Wissen, um die Ursachen des Zahnschmerzes herauszufinden und entsprechend andere Fachkollegen einzubeziehen.

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Zahnbettentzündung: kann Ernährung helfen?

Mit einer interessanten Frage befasste sich ein Wissenschaftlerteam des Universitätsklinikums Freiburg: Können Parodontitis-Patienten durch eine Änderung des Ernährungsverhaltens die Entzündung reduzieren und die Heilung der infizierten Bereiche verbessern? Um dies zu prüfen, werteten sie vielfältige Studien aus und veröffentlichten ihr Resümee in einem Fachzeitungs-Artikel. Zu den Empfehlungen gehört demnach der möglichst weitgehende Verzicht auf sogenannte „einfache Kohlenhydrate" (Zucker, Gebäck etc.), da diese auf Umwegen Entzündungen eher fördern. Reduzieren sollte man „gesättigte Fettsäuren" (Frittierfette, Margarine, Wurst etc.), ausbauen dagegen die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren (Seefisch, Leinöl, Walnüsse etc.). Gesundheitsförderlich sind demnach neben ausreichend Ballaststoffen vor allem auch Mikronährstoffe (Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Obst etc.) aus der Nahrung, bei Bedarf ergänzt um zusätzliches Vitamin D (z.B. durch Nahrungsergänzungsmittel). Geachtet werden muss dabei auf eine ausreichende Aufnahme von Vitamin B12, denn ein Mangel steht in Zusammenhang mit Zahnbettentzündungen. Gesunder Tipp der Wissenschaftler für den Sommer: Blaubeeren!

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