Gute Zähne: guter Schlaf?

Wie eine jüngst veröffentlichte Studie einer japanischen Forschergruppe ergab, liegt ein Zusammenhang von der Anzahl eigener Zähne und gesundem Schlaf nahe. Die Wissenschaftler hatten eine sehr große Anzahl an Senioren (weit über 20.000 Teilnehmer, Durchschnittsalter rund 75 Jahre) mit Blick auf deren Schlafqualität untersucht, da Schlafstörungen in Zusammenhang stehen beispielsweise mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen. Dabei zeigte sich, dass Studienteilnehmer mit weniger als zehn eigenen Zähnen auf deutlich weniger erholsame Schlafzeit kamen als die Vergleichs-Senioren, die Schlafzeit-Differenz lag bei zwei bis drei Stunden. Warum die fehlenden Zähne Einfluss auf die Schlafqualität und –dauer haben, ist bisher nicht erkannt, vermutet wird, dass die fehlenden Zähne Mund und Kiefer beim Schlaf in eine unnatürliche Position bringen und möglicherweise dadurch die Atmung verändern.

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Aktuelles aus der Praxis

Fluoride: weltweit unterschiedliche Aufnahme

Fluoride, wie sie in vielen Mundpflege-Produkten enthalten sind und der Stärkung des Zahnschmelzes dienen, gehören zu den natürlich vorkommenden Stoffen auf der ganzen Erde. Nur kommen sie, wie viele andere Stoffe, nicht überall gleich stark vor. So gibt es auf der Welt Regionen, in denen der Fluorid-Anteil, der die Bevölkerung über das Leitungswasser erreicht, höher ist als in anderen Regionen, wie beispielsweise Deutschland: Hier gibt es spezielle Produkte wie beispielsweise fluoridiertes Salz, um das vonWissenschaftlern als nicht ausreichend bezeichnete natürliche Vorkommen auszugleichen. Unnötigerweise zu Irritationen, so die Wissenschaftler der Informationsstelle für Kariesprophylaxe(IfK),führten daherStudien aus Kanada und den USA: Hier wurdenZusammenhänge von systemischer Fluoridaufnahme (durch Trinkwasser)bei Schwangeren und dem Intelligenzlevel der geborenen Kinder untersucht, beiJungen erkannten die Forscher einen leichten Abfall. Nicht nur seien die Studien ungenau aufgrund fehlerhafter Verfahren, so das IfK, sondern auch vom Ansatz her auf Deutschland nicht übertragbar: Sogar dann, wenn fluoridiertes Salz zusätzlich genutzt werde, entspreche die Fluorid-Aufnahme hierzulande nicht einmal dem Anteil, der in Kanada natürlicherweise vorkommt, und schon gar nicht den um ein Mehrfaches erhöhten Dosen im Rahmen der Studie. Nach wie vor gelte daher für Deutschland, dass fluoridiertes Salz einen guten Ausgleich zum hier bestehenden natürlichen Fluoridmangel biete

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Viren: Chancen bislang unterbeachtet

Ein Herz für Viren hat Prof. Dr. Karin Mölling, Max-Planck-Institut für molekulare Genetik –jedenfalls aus wissenschaftlicher Sicht. Sie erforscht das Potential, das in Viren steckt und zu einerVerbesserung der Gesunderhaltung, aber auch der Krankheitenbehandlung führen könnte. Viren, berichtete sie beim zurückliegenden Deutschen Zahnärztetag, seien ebenso Teil des winzigen menschlichen Erbgutes wie auch Mitbewohner in den weltumspannenden Ozeanen, sie seien überall –und manche Viren bekämpften auch solche, die dem Menschen schaden würden. Es sei an der Zeit, Viren neu zu betrachten. Das genau ist ihr Forschungsthema. Dabei hat sie nicht zuletzt die Frage im Blick, welche Möglichkeiten wir für die Bekämpfung krankmachender Bakterienhaben, wenn die bislang erfolgreichen Antibiotika nicht mehr ausreichend wirken. Hier kommt eine spezielle Virengruppe in den Fokus: die sogenannten Bakteriophagen. Das ist kein neuer Gedankenansatz: Schon vor hundert Jahren gab es dazu erste Überlegungen. Nun wird genau hier weitergeforscht, da Bakteriophagen offenbar erhebliches Potential haben. Von dieser Entwicklung wird dann, wenn sie als erfolgreich „freigegeben" ist für die Patientenbehandlung, auch die Zahnmedizin profitieren, zu deren Aufgaben eine Vielfalt an Entzündungen rund um Kiefer, Knochen und Zahnbett gehört

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Zahnfleischentzündung: Zahnseide als „Diagnose-Instrument“

Wenn der Verdacht auf eine Gingivits (Zahnfleichentzünduung) besteht, wird in den Zahnarztpraxen üblicherweise mit einer speziellen Sonde getestet, ob so eine Gewebe-Infektion vorliegt und wie schwer das Zahnfleisch geschädigt ist. Das könnte sich in Zukunft ändern: Wie eine vor wenigen Wochen veröffentliche klinische Studie brasilianischer Wissenschaftler zeigt, ist die handelsübliche Zahnseide ein noch besserer Marker. Das „Fädeln" erbrachte noch zuverlässigere Hinweise auf eine Entzündung als die zum Vergleich eingesetzten klassischen Sonden. Der besondere Vorteil: Auch noch sehr frühe Stadien einer Gingivits konnte nach Zahnseiden-Test erkannt werden. Das verbessert die Chance auf eine rasche Intervention: Wird früh genug gegen die Zahnfleischentzündung und ihre Ursachen vorgegangen, kann ein Fortschreiten und ein sich Ausbreiten deutlich leichter erreicht werden.

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Wenn Kinder zahnen: lieber Beißring nutzen

Wie eine britische Forschergruppe kürzlich veröffentlichte, ergab ihre Studie zu Zahnungsgels und vergleichbaren Produkten Hinweise darauf, den Einsatz dieser Artikel zur Minderung von Zahnungsbeschwerden bei Babys und Kleinkindern gut zu überdenken. Nicht nur hätten die getesteten Produkte ihr Versprechen, die Zeit des Zahnen zu erleichtern, nicht wirklich erfüllt – sie enthielten auch Inhaltsstoffe, die für die Babys und Kleinkinder als riskant erachtet werden. Unter anderem wurde in Zahnungshilfen Lidocain entdeckt, ein örtlich wirkendes Betäubungsmittel, das schwere Gesundheitsschäden bei Überdosierung hervorrufen kann. Manches Produkt enthielt Zucker und damit einen Karies-fördernden Stoff. Auch Alkohol wurde in einigen der untersuchten Hilfsmittel entdeckt, wiewohl Alkohol – abgesehen von potentiellen Gesundheitsrisiken – selbst in geringen Mengen eher schlafstörend und beunruhigend, also nicht entspannend wirke. Der Verband der britischen Zahnärzte empfiehlt daher den klassischen gekühlten Beißring als sinnvollere Lösung. Einige der in Großbritannien getesteten Produkte gibt es auch in Deutschland. Es macht daher Sinn, sich zusammen mit den Apothekern über die Inhaltsstoffe eventueller arzneiähnlicher Zahnungshilfen zu informieren.

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Lebensqualität: welche Rolle spielt Zahnersatz?

Das Thema Lebensqualität stand im Zentrum der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für AlterszahnMedizin. Dass Implantate zu dieser Lebensqualität beitragen können, daran gab es seitens der Experten keine Zweifel – wenn sie denn richtig geplant und für die richtigen Patienten ausgewählt wurden. So müsse beachtet werden, dass eine Implantatversorgung nicht für fitte Senioren geplant werde, dann aber von gebrechlichen Senioren getragen werden müsse: Bei Patienten in fortgeschrittenem Alter könnten sich die Lebensumstände und ihre motorischen Fähigkeiten in kurzem Zeitraum erheblich verändern. Die Planung müsse dies berücksichtigen und flexible Veränderungen mitbedenken. So sei es bei der schwierigen Pflegesituation kaum möglich, in Heimen lebende Pflegebedürftige mit festsitzender Implantat-Prothetik bedarfsgemäß intensiv mundhygienisch zu versorgen. Unabhängig von der Art der Prothetik müsse das Material und die Handhabung eine leichte Mundpflege ermöglichen. Funktion sei wichtiger als Ästhetik, die Versorgung müsse so geplant werden, dass in den bevorstehenden Lebensjahren möglichst keine weiteren aufwändigen Maßnahmen zumal in Narkose nötig werden.

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Aphten: Was kann man tun?

Apthen sind kleinere oder größere, in der Regel schmerzhafte und von Entzündungen begleitet Hautschäden – innen im Mund meist an der Mundschleimhaut oder der Zunge, außen vor allem im Bereich der Lippen. Sie werden als störend bis belastend empfunden – und das schon seit über 2000 Jahren: Bereits Hippokrates hat sie als lästige Erscheinung beschrieben. Insbesondere junge Menschen sind betroffen. Auf die Frage, woher die Aphten kommen, kann die Wissenschaft bis heute keine eindeutige Antwort geben. Vermutlich kommen verschiedene Umstände zusammen. Heute geht man davon aus, dass auch das individuelle Immunsystem dabei mitbeteiligt ist. Dafür haben Bakterien oder Viren als mögliche Auslöser „ausgedient" – diese Infektions-Vorstellung scheint überholt zu sein. Nach wie vor aber relevant ist die Frage der richtigen Therapie – dass hier ein Bedarf besteht, zeigen die vielen „Mittelchen", die es freiverkäuflich in den Apotheken gibt: Da die Ursachen nicht eindeutig geklärt sind, ist auch die Behandlung nicht festgelegt. Die Autoren eines Fachartikels zum Thema Aphten, der kürzlich in einer renommierten Fachzeitschrift erschien, empfehlen eine symptombezogene Therapie: Die Entzündungen sollen eingedämmt und die Schmerzen gemildert werden. Eingesetzt werden dafür antibakterielle, desinfizierende, anästhesierende und antientzündliche medizinische Mundspüllösungen – die richtige Anwendung muss unbedingt geübt werden. Oft noch hilfreicher sind Kortisonpräparate von Gel-Form bis Spray-Dosierungen. Mittlerweile zeigen auch Behandlungen mit speziellem Laser gute Erfolge.

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Zahnprothesen: oft ungepflegt

In einem längeren Beitrag in einer zahnärztlichen Fachzeitschrift berichtete kürzlich ein Zahntechniker über seine Erkenntnisse zu der Frage, warum so viele Zahnprothesen in einem stark ungepflegten Zustand in seinem Labor zur Überholung eingereicht werden. Dabei fokussierte er seine Nachforschungen auf den Bereich der Zahnprothesen von in Heimen lebenden Pflegebedürftigen – das sind ein Viertel aller rund 3,4 Millionen Pflegebedürftigen. Für diese Bewohner gilt: Es gibt zu wenig Pfleger, diese sind zudem überlastet und haben für die etwas zeitaufwändige regelmäßige Zahnpflege eigentlich gar keine Zeit. Keine Neuigkeit ist, dass eine sorgfältige Mundhygiene das Risiko für die Entwicklung einer riskanten Lungenentzündung um rund 40 % mildern kann. Werde die Prothese auch nachts getragen, sei es daher wichtig, dass sie ebenso wie der Mundraum vor dem Zubettgehen sorgfältig gereinigt werde. Eine gut sitzende Zahnersatzversorgung sei kein Luxus, sondern führe über das ermöglichte Kauen auch zu wünschenswerten positiven Entwicklungen im Gehirn. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, so der Autor, machten überdeutlich, dass man ältere und alte Patienten nicht „abschreiben" dürfe, sondern beispielsweise über einen Mundpflegeplan im Heim bei der Erhaltung der Kaufähigkeit und der Einhaltung von Hygiene unterstützen müsse. Derzeit haben rund 32 % aller Pflegeeinrichtungen Kooperationsvereinbarungen mit Zahnärzten.

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Implantate: mit 18 zu jung?

Ein großes Thema seit Erfindung der Implantologie ist die Frage, ob Implantate schon im Kindes- oder Jugendalter Sinn machen oder erst nach vollendetem Wachstum eingesetzt werden sollten. Ein Argument: Während Kiefer und Zahnbogen in der Kindheit und Jugend noch wachsen, wächst das Implantat nicht mit, die entstehende „Fehlstellung" muss später nachjustiert werden. Herausfordernd wird eine solche Altersbeschränkung beispielsweise bei Unfall-Patienten im jüngeren Erwachsenenalter, denn auch mit 31 Jahren, so Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, ehemaliger Präsident der wissenschaftlichen Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) in einem Zeitschriften-Fachartikel, kann das Wachstum heute nicht als abgeschlossen bezeichnet werden. Bei Überprüfung der Erfolgschancen von Implantaten bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigte sich, dass bei Kindern nur in besonderen Einzelfällen zu einer Implantatlösung gegriffen werden sollte, bei Jugendlichen und auch jungen Erwachsenen (bis 31 Jahre) gebe es zwar eine gute Erfolgsquote – aber keine vollständige Therapiesicherheit. Dies, so Terheyden, müssten die Patienten und ihre Eltern wissen. Die bisher „traditionelle" Altersgrenze von 18 Jahren sei keine, an der man sich orientieren könne, zumal bei Männern und im oberen Frontzahnbereich. Hier müsse jeweils individuell entschieden und Auswirkungen auf eine nicht mehr harmonische Okklusion (Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer-Zähnen) mitbedacht werden. Betrifft die Okklusionsstörung nur die Kronenlänge, kann hier nachgearbeitet werden.

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