Kieferorthopädie: immer mehr Thema für Erwachsene

Der Ende September in Berlin veranstaltete Kongress der wissenschaftlichen Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) widmete sich unter anderem einer besonderen Patientengruppe, an die man bei „KfO" zuerst gar nicht denkt: den Erwachsenen und auch den Senioren. Einerseits ist dafür die gesellschaftliche Entwicklung relevant: In weniger als zehn Jahren wird die Altersgruppe der 65- bis 70-Jährigen die größte Gruppe in der Bevölkerung sein. Andererseits hat die Kieferorthopädie bereits seit vielen Jahren biologische und technische Entwicklungen im Bereich der direkten oder begleitenden Behandlung von Erwachsenen vorweisen können, die die Behandlungsvielfalt deutlich erweitert haben. Für die Fachwelt war die Thematik daher nicht wirklich „neu". So intensiv und auch fach-kritisch wie bei diesem Kongress sind die Themen allerdings selten vermittelt worden. Beispielsweise ging es um die Frage, wie sich eine Zahn- oder Kieferumstellung bei Erwachsenen oder Senioren auswirkt, die im Rahmen ihrer Allgemeinerkrankung Bisphosphonate einnehmen: Diese Medikamente hemmen die Neubildung von Knochenzellen. Kieferorthopädie arbeitet aber – vereinfacht gesagt – beim „Verschieben" eines Zahnes mit eben der Zellerneuerung: Beim Wandern werden Zellen „auf dem Weg zum Ziel" durch den ausgeübten Druck zerstört, und hinter dem wandernden Zahn entstehen neue Zellen, die den Bereich wieder auffüllen: Schließlich verfestigt sich das Zahngewebe. Neben vielen kritischen Hinweisen, worauf bei der Behandlung von Erwachsenen und Senioren zu achten ist, wurde dennoch deutlich, dass kieferorthopädische Verfahren die Kaufähigkeit der älter werdenden Menschen deutlich verbessern können.

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