„Kreidezähne“: Bisphenol A vermutlich nicht Auslöser

Seit die ersten und sich erheblich häufenden Fälle an „Kreidezähnen" bei den Kindern auftraten, wird intensiv nach den zuständigen Ursachen geforscht. Dabei geraten auch immer wieder sogenannte Umwelt-Chemikalien in den Blickpunkt, die in der Alltagswelt der Kinder eine Rolle spielen. Lange Zeit stand diesbezüglich „Bisphenol A" auf der Liste der potentiellen Auslöser. Die Ursachensuche hat Relevanz: Derzeit ist fast jedes dritte 12-jährige Kind von MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, „Kreidezähne") betroffen. Während man nach wie vor keine direkten Auslöser der Zahnbildungsstörung hat festmachen können, rutschen erste „Hauptverdächtige" aufgrund weiterer Untersuchungen gerade wieder eher aus dem Zentrum des Verdachts: Wie eine Antwort der Bundesregierung von Mitte Mai 2019 auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/die Grünen darstellte, werde ein direkter Zusammenhang von Bisphenol A und MIH derzeit als eher „unwahrscheinlich" erachtet. Die Bundesregierung bezieht sich dabei auf eine entsprechende Ausarbeitung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BFR). Einig sind sich alle Seiten, dass weitere Forschungsanstrengungen zwingend seien.

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Aktuelles aus der Praxis

Schulkakao: Zahnärzte begrüßen Einschränkungen

Insbesondere Zwischenmahlzeiten, nach denen keine Mundhygiene erfolgen kann, sind für die Zähne eine größere Belastung: Enthalten die Snacks in flüssiger oder fester Form Säuren oder Zucker, haben diese ausreichend Zeit, den Zahnschmelz anzugreifen. Zu solchen Zwischenmahlzeiten gehören auch die Lebensmittel, die in den Schulpausen verzehrt werden. Nun hat auch das Verbraucherschutz-Ministerium in Nordrhein-Westfalen als letztem Bundesland beschlossen, dass zu Beginn des neuen Schuljahres zuckerhaltige Milchprodukte nicht mehr finanziell bezuschusst werden. Die Zahnärzteschaft in Nordrhein begrüßt diesen Schritt sehr, wie sie in einer kürzlich versandten Presseinformation mitteilte. Der Berufsstand fordere bereits seit langem eine gesündere und hier vor allem zuckerreduzierte Verpflegung der Kinder in Kitas und Schulen. Es sei eine weitere Aufgabe, auch die Eltern entsprechend zu überzeugen, die ihren Kindern Pausensnacks mit auf den Weg geben – oder Geld für Gebäck oder Brötchen. Die Ernährung von Kleinkindern und Kindern sei größtenteils fremdbestimmt – hier müssten zum Schutz der Kindergesundheit noch weitere Anstrengungen erfolgen.

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Gurgeln: Zeitbedarf beachten

Wer nicht zur Erfrischung und zur Unterstützung der Mundhygiene Mundwässer benutzt, sondern zur Keimreduktion und Entzündungs-Vorbeugung oder -Behandlung medizinisch wirksam Mundspüllösungen, sollte diese ausreichend langen einwirken lassen – so das Apotheken-Journal „Apotheken Umschau" in seiner Juni-Ausgabe. Die Fachexperten empfehlen dabei eine Wirkdauer von mindestens einer Minute, damit sich die entzündungshemmende bzw. desinfizierende Wirkung überhaupt entfalten kann. Diese notwendige Mundspüldauer fiele, so das Journal, insbesondere Kindern oft nicht leicht. Es sei daher sinnvoll, die Einwirkzeit mit einer Stoppuhr zu kontrollieren. Damit die Wirkung nicht gleich wieder zerstört wird, ist es wichtig, nach der Mundspüllösung nicht gleich den Mund mit Wasser auszuspülen oder die Zähne zu putzen. Auch Essen und Trinken direkt im Anschluss an das Gurgeln oder Mundspülen sollte man lassen.  Weitere Hinweise zur Nutzung erhält man in seiner Apotheke oder seiner Zahnarztpraxis.

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Zahnunfall: Tipps für verbreitetes Risiko

Fast jedes zweite Kind erlebt in den ersten 15 Lebensjahren einen Zahnunfall, teilte der Mundgesundheitsinformationsdienst „proDente" vor wenigen Tagen mit.  Zumeist passiert der Zahnschaden bei Sport oder einfach Herumtoben in Freizeit, Schule oder Verein. Die Folgen von Stürzen oder Stößen reichen demnach von leichten Rissen im Zahnschmelz bis hin zu abgebrochenen Zahnecken oder gar dem Verlust des ganzen Zahnes. Während bei kleineren Kindern den verletzten Milchzähnen – bei entsprechender Behandlung durch den Zahnarzt – meist gesunde „Zweite" folgen, müssen ältere Kinder und Jugendliche mit den Folgen solcher Zahnschäden an ihren „Bleibenden" ins Erwachsenenleben gehen. Da insbesondere die oberen Schneidezähne betroffen sind, hat der Unfall auch ästhetische und damit oft auch seelische Konsequenzen. Insofern macht es Sinn, wenigstens zu versuchen, einen ausgeschlagenen Zahn wieder zurück an seinen Platz zu bringen: ihn zu re-implantieren. Das kann gelingen, wenn der ausgeschlagene Zahn gefunden und möglichst schnell in einer sogenannten Zahnrettungsbox aufbewahrt wird und das verunfallte Kind rasch zu einem Zahnarzt gebracht werden kann. Hat man keine Zahnrettungsbox dabei, erhält man sie in der Regel in der nächst erreichbaren Apotheke, zudem sind Standorte unter https://toothrescueconcept.info aufgelistet. Wichtige Verhaltenstipps: nicht die Zahnwurzel berühren, den Zahn nicht sauberwaschen oder trocken lagern.  In einer Zahnrettungsbox bleiben die fürs Wiedereinsetzen wichtigen Zellen rund 48 Stunden lang erhalten. Steht keine zur Verfügung, kann notfalls kalte Milch, Frischhaltefolie oder eine Kochalzlösung aus der Apotheke helfen, die Zellen zu erhalten. Problem: Die Alternativen helfen nur ein Zeitfenster von rund einer halben Stunde zu überbrücken.

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„Quetschies“: Riskant für die Kinderzähne

Wie das Bundeszentrum für Ernährung kürzlich mitteilte, erweisen sich Untersuchungen zufolge die Fruchtbrei-Angebote in „Quetschbeuteln" als Risiko für die Entwicklung einer Milchzahnkaries. Einerseits ist die Aufnahme des enthaltenen Früchte-Muses über die zentrale Öffnung der Tütchen eine ebenso große Belastung insbesondere für die Frontzähne wie eine übermäßige Nutzung von Nuckelflaschen: Die aufgenommene Nahrung bzw. Flüssigkeit berührt konzentriert vor allem die Vorderzähne. Andererseits ist der Inhalt selbst relevant: Die Fruchtmasse greift über den enthaltenen Fruchtzucker den empfindlichen Zahnschmelz der Milchzähne an. Weiterhin wird, so der Informationsdienst, beim Nuckeln an Fläschchen und „Quetschies" anders als beim Essen und Kauen von Obst in seiner natürlichen Form die Kaumuskulatur nicht ausreichend trainiert. Dies ist aber wichtig, um eine natürliche Zahn- und Kieferform mit gesunder Muskulatur zu entwickeln. Auch das Sprechen hängt mit der Mundmuskulatur zusammen. All diese natürlichen Entwicklungen werden ausgebremst, wenn der Mund nicht wie vorgesehen Essen, Kauen und Beißen muss, sondern flüssige und breiförmige Nahrung nur noch geschluckt wird.

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Schlaganfall: die Rolle guter Mundhygiene

Anlässlich des diesjährigen bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall" gab die Deutsche Schlaganfall-Hilfe der Bevölkerung zahlreiche Informationen, wie ein Hirninfarkt vermieden werden könnte. Dazu gehörte auch der Hinweis, dass eine gute Mundgesundheit das Auftreten eines Schlaganfalls verhindern können. Insbesondere, so zeige eine aktuelle amerikanische Studie, spielt die Zahnbettentzündung (Parodontitis) eine Kern-Rolle: Die bakterielle Infektion des Zahnbettes bleibt nicht vor Ort, sondern die Entzündungskeime wandern über die Blutbahn durch den ganzen Körper. Der Studie zufolge hatten Patienten mit Parodontitis in fortgeschrittenem Zustand im Studienzeitraum von 15 Jahren häufiger einen Schlaganfall als Vergleichs-Patienten ohne Zahnbettentzündung. Vermutlich zeigt sich der Zusammenhang von Parodontitis und Schlaganfall durch die bereits bekannte Beschleunigung von Gefäßbelastungen wie Arteriosklerose durch die wandernden Zahntaschen-Bakterien: Sie forcieren die Entwicklung von Gefäßverengungen und können im weiteren Verlauf zu einem Verschluss des Gefäßes führen. Damit gehört nachgewiesen die Mundgesundheit neben anderen Faktoren wie beispielsweise Bluthochdruck und Diabetes zu den Risiken, die einer regelmäßigen Kontrolle bedürfen. Entsprechend auch das Resümee der Schlaganfall-Hilfe: Sie rät zu regelmäßiger professioneller Zahnreinigung (PZR), die das Schlaganfall-Risiko um 50 Prozent reduzieren könne.  

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Wettkampfsport: gute Zähne wichtig

Wie der Weltzahnärzteverband FDI kürzlich in einer Informationsreihe veröffentlichte, sollten Wettkampf-Sportler intensiv auf ihre Zahn- und Mundgesundheit achten. Beispielsweise kann ein akutes Kariesproblem oder ein Zahnfleischabszess nicht nur die Leistung des Sportlers erheblich beeinträchtigen, sondern auch zu einer Verhinderung der Teilnahme am Wettkampf führen. Die FDI erinnert auch daran, dass Stress zu Mundtrockenheit und einem erhöhten Risiko für eine Karieserkrankung führt ebenso wie die erhöhte Aufnahme zucker- und säurehaltiger Energie-Getränke, die bestehende leichte Zahnschäden in kurzer Zeit vergrößern können. Insbesondere bakterielle Mundinfektionen belasten das Immunsystem und auch das Wohlbefinden, das für Leistungserfolge wesentlich ist.  Bei manchen Sportarten sollte auf Mundschutz nicht verzichtet werden, um dem Abbruch des Wettkampfes durch Zahnverletzungen vorzubeugen. Insbesondere  Wettkampfsportler sollten die ohnehin geltenden Regeln für regelmäßige Zahnkontrolluntersuchungen und die fundierte Mundhygiene zuhause mit ausreichend Fluorid-Zufuhr zum Beispiel über Zahnpasta dringend einhalten, so die FDI, und die Gelegenheit wahrnehmen, mit zahnärztlicher Unterstützung mögliche Leistungseinschränkungen zu vermeiden.

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Studie: Amalgam und Schwangerschaft

Bereits seit dem 1. Juli 2018 empfiehlt eine entsprechende EU-Verordnung, das Zahnfüllungsmaterial Amalgam bei Schwangeren und Stillenden, bei Milchzähnen und bei Kindern unter 15 Jahren besser zu vermeiden und durch eine Alternative zu ersetzen. Dem Thema mit Fokus auf Schwangerschaft hat sich eine Studie in Norwegen gewidmet, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden. Demnach ist vor allem die Anzahl der Füllungen bei Schwangeren im Zeitraum rund um die Geburt ein Risiko für Gesundheitsbelastungen. Spürbare Folgen zeigten sich bei einer Gesamtzahl an Amalgam-Füllungen bei 13 behandelten Zähnen. Weitere mögliche Risiken wie Übergewicht, Rauchen, Alkohol und andere waren zuvor ausgeblendet worden. Während sich diese Studie den Folgen für die Schwangere selbst widmete und erstmals einen direkten Zusammenhang darstellte, zeigten andere Studien schon früher einen möglicherweise belastenden Einfluss auf die Gesundheit des werdenden Kindes. Alternative Füllungsmaterialien stehen heutzutage in größerer Vielfalt zur Verfügung – was im individuellen Fall das Beste für Mutter und Kind ist, können Patienten in ihrer Zahnarztpraxis erfragen.

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Umfrage: Mundgeruch besonders peinlich

Bei einer ärztlich ausgerichteten online-Umfrage zum Thema Peinlichkeiten zeigte sich, so eine aktuelle Veröffentlichung der Ergebnisse in einer zahnärztlichen Fachzeitschrift, dass den befragten Menschen starker Mundgeruch, ebenso wie Achselgeruch, am peinlichsten ist. Auch an zweiter Stelle kommt der Mund vor: sogenannte „schlechte Zähne" und Zahnbetterkrankungen wie schwindendes Zahnfleisch stören fast ebenso viele Menschen. Auf den weiteren Plätzen landeten übermäßiges Schwitzen, Blähungen und Läuse. Der Umfrage zufolge sind Frauen solche „Peinlichkeiten" deutlich unangenehmer als Männern (Frauen: 42 %, Männer: 28 %). Es zeigte sich auch, dass als peinlich empfundene Gesundheitsstörungen nicht selten Einfluss auf das Berufsleben und die Lebensqualität haben, so gab eine Befragte auch an, ihre Gesangskarriere aufgrund der „schlechten Zähne" aufgegeben zu haben. Es zeigte sich zudem, dass das Gespräch darüber sowohl mit dem Partner/der Partnerin als auch mit dem Arzt/der Ärztin fast jedem zweiten Befragten schwer fiel – im Gegensatz zu einem Gespräch mit Praxismitarbeitern wie beispielsweise einer Zahnmedizinischen Fachangestellten oder auch den Apothekern.  

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