Männergesicht: Lächeln zählt

Eine spannende Untersuchung, die kürzlich in einem amerikanischen zahnärztlichen Fachjournal veröffentlicht wurde, zeigt, dass bei der Einschätzung der Attraktivität eines jungen Mannes vor allem der Mund eine große Rolle spielt. Geblickt wurde auf Ausschnitte des Gesichts, also Augen, Nase und Mund – und hier führt der Mund als wichtigster Faktor die Liste an: Das Lächeln wurde von keinem anderen „Gesichtsteil" als Attraktivitätsfaktor (nicht im Sinne von Schönheit, sondern von ansprechendem Äußerem) getoppt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es nicht der Mund selbst ist, sondern seine Muskulatur, die – anders als bei Auge und Nase – die meisten Veränderungen des Gesichtsausdrucks hervorruft. Wenn der Mund redet oder lacht, ist das ganze Gesicht mit einbezogen. Er sei, gewisserweise, tatsächlich das Kommunikationszentrum des Menschen.

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Aktuelles aus der Praxis

Penicillinallergie: seltener als gemeint

Ist der Einsatz eines Antibiotikums notwendig, hören Patienten oft die Frage, ob sie eine Allergie gegen Penicillin haben. Antibiotika haben eine große Vielfalt an Zusammensetzungen – manche Produkte sind speziell gegen eine bestimmte Bakterienfamilie ausgerichtet. Penicillin gilt nach wie vor als einer der zuverlässigsten Arzneimittelstoffe und wird daher gern eingesetzt. Häufiger als gemeint liegt bei Patienten, die sich als allergisch auf Penicillin reagierend bezeichnen, aber gar keine entsprechende Immunreaktion vor – darauf wiesen vor einigen Wochen Wissenschaftler in einem Beitrag im renommierten internationalen Fachjournal JAMA (Journal of the American Medical Association) hin. Auch die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie schloss sich den Ergebnissen der Forscher an und empfahl zu einer verstärkten Überprüfung einer tatsächlich vorhandenen Allergie auf Penicillin. Es wäre fatal, wenn ohne Notwendigkeit weniger wirksame Antibiotika eingesetzt und sich dadurch Resistenzen gegen die Medikamentenfamilie entwickeln würden. Beispielsweise gäbe es die Möglichkeit, auf ein anderes Penicillin auszuweichen. Auch in der Zahnmedizin werden Penicilline zur Behandlung von Infektionen eingesetzt. 

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Bakterielle Zahnentzündung: Risiko für Infekte

Die Zähne sind über ein vielfältiges System aus Nerven und Blutbahnen und anderen Geweben mit dem gesamten Körper verbunden – das macht deutlich, warum im Falle einer Zahn-Erkrankung eine frühzeitige Behandlung erfolgen muss. Die Keime sollen nicht streuen. Vor allem bei einer tiefsitzenden Karies, aber auch bei bakteriell belasteten Zahnfleischtaschen ist das Risiko groß, dass die Mundkeime nicht nur den Kieferknochen infizieren: Eitererreger belasten Mundbogen, Mundschleimhaut und Rachen. Schwellen diese Bereiche aufgrund der Entzündung an, kann das bedrohlich werden für das Atmen, darauf wies kürzlich DDr. Christa Eder, Fachärztin für Mikrobiologie in Wien, in einem Beitrag für eine Zahnärzte-Zeitung hin. Zudem können Entzündungen am Herzen auftreten, in der Lunge, und eine Blutvergiftung (Sepsis) kann sich entwickeln. Sie hat bei ihren Forschungsarbeiten vor allem die Lebenswelt der Keime im Blick und stellte fest, dass sich manche Bakterien besonders gut entwickeln, wenn sie von den Stoffwechselprodukten anderer Bakterienfamilien leben konnten. In der Zahnarztpraxis werden solchen tiefgehenden Zahnschäden und Infektionen des ganzen Körpers durch rechtzeitige Diagnose und gegebenenfalls antibiotische Medikamente vorgebeugt. 

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Kreidezähne: Suche nach der Ursache

Dass immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland unter sogenannten Kreidezähnen (MIH/Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation) leiden, ist bekannt – nach wie vor ist aber nicht eindeutig geklärt, was Ursache dieser Entwicklung ist. Kreidezähne bedeutet, dass die betroffenen Zähne, zumeist Frontzähne (Inzisivi), mit einer Schmelzbildungsstörung herauskommen, meist weißlich, aber auch bräunlich verfärbt sind. Zudem ist der Zahnschmelz nicht fest, sondern porös, was die Zähne enorm anfällig für Zahnfäule (Karies) macht. In den letzten Jahren fanden Forscher immer mehr mögliche Auslöser, vielleicht – so eine häufig geäußerte Meinung – kommen bei den betroffenen Kindern auch mehrere Faktoren zusammen. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein wies kürzlich auf diese unterschiedlichen Erkenntnisse im Bereich der MIH-Ursachenforschung hin: Während Wissenschaftler-Kreise aus den USA Anzeichen eines Zusammenhangs von MIH und Bisphenol-A (Chemikalie, die in vielen Haushaltsprodukten enthalten ist) entdeckten, bezweifelt das hiesige Bundesinstitut für Risikobewertung einen solchen ursächlichen Zusammenhang. Die Frage nach einem eindeutigen Zusammenhang von Auslöser und Kreidezähnen ist also nach wie vor noch offen. 

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„MMH/MIH“: weltweit zunehmende Entwicklung

Die Dachgesellschaft der zahnärztlichen Wissenschaft in Deutschland, die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) hat bei einer Pressekonferenz vor wenigen Monaten dargestellt, dass die immer häufiger registrierte sogenannte MIH nicht nur hierzulande, sondern weltweit registriert wird. MMH bedeutet Milch-Molaren-Hypermineralisation, MIH Molaren-Inzisiven-Hypermineralisation, hier mit dem Fokus auf die „Inzisivi", die Schneidezähne. Hypermineralisation bedeutet, dass die gesunde Zahnschmelzentwicklung gestört ist – die betroffenen Zähne scheinen sich geradezu aufzulösen mit der Zeit und sehen aufgrund einer deutlichen Farbveränderung auch unschön aus. Die Wissenschaftler, hier vor allem Prof. Dr. Norbert Krämer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, wies darauf hin, dass diese weltweite Verbreitung der Zahnentwicklungsstörung zu erhöhtem Forschungsaufwand führen müsse. Zwar gebe es bisher Vermutungen über Zusammenhänge, beispielsweise mit Kunststoffen und hier besonders den Bestandteilen Bisphenol-A und PCB. Aber auch ganz andere Faktoren könnten eine Rolle spielen. Entsprechend sei die zahnmedizinische Wissenschaft derzeit nicht in der Lage, Empfehlung zur Vermeidung dieser Entwicklung auszusprechen. Möglicherweise könnte eine erhöhte Fluorid-Dosis vorbeugend hilfreich sein, so Prof. Dr. Stefan Zimmer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Präventivzahnmedizin.

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Bluthochdruck bei Frauen: Zusammenhang mit Zahnverlust?

Bereits vielfach belegt sind Zusammenhänge von bakteriellen Zahnbetterkrankungen und Herzerkrankungen: Die wichtigsten bei der Mundinfektion beteiligten Keime wurden auch bei Herz-Entzündungen entdeckt. Nun stellte sich eine Wissenschaftlergruppe an der Universität Buffalo die Frage, welche Zusammenhänge es – hier fokussiert auf Frauen nach der Menopause – mit dem Risiko der Entwicklung eines Bluthochdruckes geben könnte. Das Ergebnis ihrer Forschung unter Nutzung von Daten von über 36.000 Frauen haben sie kürzlich in einem renommierten ärztlichen Fachjournal zu Bluthochdruck veröffentlicht. Es zeigte sich, dass das Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, bei Frauen mit Zahnverlust um 20 % höher lag als bei Vergleichs-Frauen, und noch deutlicher, wenn diese älteren Frauen schlank und in der Vergleichsgruppe eher jünger waren. Fraglich ist derzeit der konkrete Zusammenhang. Möglich ist beispielsweise, so die Forscher, dass Betroffene bei Zahnverlust die Ernährung auf eher weiche Kost umstellen und dies, über Umwege im Stoffwechsel, die Entwicklung von Bluthochdruck fördern könnte.

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Zahnfehlstellung: Zusammenhang mit Parodontitis?

Ein Forscherteam der Universität Greifswald ist der Frage nachgegangen, ob der oft vermutete Zusammenhang von Zahnfehlstellungen und Zahnfleischerkrankungen belegt ist. Das Ergebnis ihrer Arbeit haben sie vor wenigen Wochen veröffentlicht. Dabei stand die Frage der bakteriellen Belastung im Fokus. Es heißt, dass gerade stehende Zähne leichter zu reinigen seien, sich an schief und verwinkelt stehenden Zähnen Zahnbeläge eher „verstecken" können und entsprechend schwerer zu entfernen sind – und dass eben diese Zahnbeläge ein hohes Risiko für die Entwicklung von Zahnfleischerkrankungen darstellen. Es zeigte sich nun, dass negative Folgen von Zahnengstand auf die Zahnfleischgesundheit möglich sind, aber weniger als vermutet. Andere Zahn-, zumal Kieferfehlstellungen wie in der Position nicht zusammenpassende Ober- und Unterkiefer („Überbiss" und andere) hatten riskantere Effekte. Klar schädigende Auswirkungen zeigten solche Zahnfehlstellungen, die aufgrund ihrer Position direkt oder indirekt zu Schäden am Zahn oder am Zahnfleisch führen (Beispiel Kreuzbiss oder tiefer Biss mit Zahnfleischkontakt). Zahnfehlstellungen zeigten leichte bis große Effekte auf den Zahnhalteapparat, so Prof. Dr. Olaf Bernhardt, Universität Greifswald. Es gebe weiteren Forschungsbedarf.

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Neu: Zahnschmelzhärtung für die Kleinsten

In das neue Zahngesundheits-Vorsorgepaket, dass der Gemeinsame Bundesausschuss auf Empfehlung nicht zuletzt der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zu Jahresbeginn in das Leistungspaket der Gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen hat, gehört auch der über die Zahnkontrolle hinausgehende Zahnschutz: Kleinkinder bis zum 33. Lebensmonat haben ab Juli 2019 zusätzlich Anspruch auf eine Zahnschmelzhärtung mit Fluoridlack zweimal je Kalenderhalbjahr in der Zahnarztpraxis. Damit, so die KZBV in einer aktuellen Presseerklärung, wird dem Entstehen der sogenannten Nuckelflaschenkaries und bereits entstandener Initialkaries effektiv vorgebeugt. Frühkindliche Karies gilt als häufigste chronische Krankheit bei Kindern im Vorschulalter. Annähernd die Hälfte der kariösen Defekte, die bei der Einschulung festgestellt werden, entstünden in den ersten drei Lebensjähren.

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Umfrage: Mundgesundheitsbewusstsein erkundet

Ein Versicherungsunternehmen hat über das Meinungsforschungsinstitut forsa vor wenigen Wochen erkunden lassen, wie die Deutschen zur Mundgesundheit stehen – und wie sie es mit dem Zähneputzen halten. Dass die Mundhygiene einen vergleichsweise großen Stellenwert genießt, mag auch mit der Rolle des Mundes im zwischenmenschlichen Umgang zu tun haben: 34 % aller Befragten achten laut eigener Aussage beim ersten Treffen zuallererst auf die Zähne des Gegenübers. Drei von vier Bundesbürgern putzen – auch nach eigenen Angaben – zweimal täglich die Zähne (etwas mehr Frauen als Männer sagten dies aus). Rund jeder Zehnte ist mit der Optik seiner Zähne sehr zufrieden, fast 70 % sind allgemein zufrieden, und rund 20 % mehr oder weniger gar nicht. Mehr als jeder Dritte beklagt, dass ein Zahn oder mehrere Zähne nicht geradestehen.

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