Speichel: antibiotischer Inhaltsstoff entdeckt

Wissenschaftler der Universität Graz haben auf der Suche nach Alternativen zu den klassischen Antibiotika, die bei immer mehr Menschen nicht mehr die erforderliche Wirkung zeigen, eine spannende Entdeckung gemacht: Körpereigene Substanzen könnten in der Lage sein, eine antibakterielle Behandlung zu ermöglichen und Antibiotika zu ersetzen. Anlass für die Überlegung, ob der Speichel eine hilfreiche Rolle spielen könnte, sind die oft reflexartigen Speichel-Benetzungen von kleineren Wunden: Ist beispielsweise eine Wunde am Finger entstanden, wird dieser oft zum Mund geführt und „abgeleckt". In der Tat seien im Speichel Inhaltsstoffe zu finden, die eine keimtötende Wirkung gezeigt hätten. Genauer: Für die Wirkung ist ein spezielles Peptid, eine Aminosäure-Kette, zuständig. Das Peptid befinde sich nicht nur im Speichel, sondern auch beispielsweise in der Tränenflüssigkeit, in weißen Blutkörperchen und an der Hautoberfläche. In Form von Cremes haben die neu entdeckten Stoffe ihre Leistungsfähigkeit schon erwiesen. Nun wird weiter geforscht, nicht zuletzt nach Möglichkeiten der industriellen Produktion.

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Aktuelles aus der Praxis

Herpesviren: Auch an Parodontitis beteiligt?

Wie ein jüngst veröffentlichter Fachbeitrag in einer zahnärztlichen Zeitschrift darstellt, könnten Herpes-Viren am entzündlichen Geschehen einer Parodontitis beteiligt sein. Mit Herpesviren sind rund 80 % der Bevölkerung infiziert – mit regionalen Unterschieden in der Ausprägung. Bei den meisten zeigt sich kein akutes Krankheitsgeschehen – bei Erstinfektion kann kaum etwas zu spüren sein, während andere, vor allem immungeschwächte Personen und Schwangere unter erheblichen bis gefährlichen Folgen leiden können. Herpesviren bleiben lebenslang ruhend im Körper und können unerwartet in einer Erkrankung ausbrechen. Forscher haben nun entdeckt, dass auch im Speichel unter dem Zahnfleischrand und sogar im Zahnfleisch selbst Herpesviren zu finden waren – und zwar dort am meisten, wo auch eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) weit fortgeschritten war. Dagegen fand man bei mundgesunden Patienten in dieser Region kaum Hinweise auf virale Belastung. Die Untersuchungen zeigen, dass in Verbindung mit Herpesviren auch schädliche bakterielle Keime um ein vielfaches aggressiver wirken. Auch auf einen nicht unproblematischen Aspekt weisen die Wissenschaftler hin: Da sich aggressive Viren und Keime in der Speichelflüssigkeit unter dem Zahnfleischrand befinden, ist eine direkte Übertragung zwischen Personen möglich. Hilfreich sind vor allem zahnärztliche Behandlungen, die die bakterielle-Belastung reduzieren: Sinkt diese, reduziert sich gleichermaßen das virale Risiko.

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Milchzähne: Fluorid-Lack nützt

Unterstützung für diese Form des Milchzahn-Schutzes kam kürzlich von höchster Stelle: Das IQWIG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen), das für seine meist kritischen Positionen zu verschiedenen Behandlungsmaßnahmen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen bekannt ist, gab für Fluorid-Lack zur Kariesvorbeugung bei Milchzähnen grünes Licht. In der Stellungnahme machte das IQWIG deutlich, dass es bei der Zahngesundheit der unter drei Jahre alten Kinder kaum Verbesserungen gebe: Während bei den älteren Kindern und den Erwachsenen die Kariesfreiheit erheblich gestiegen ist, ist sie bei den kleinen Kindern unverändert auf bedenklichem Niveau. Zitat aus der Stellungnahme: „Kinder sind besonders anfällig für Karies, denn bei den ersten Zähnen ist der Zahnschmelz empfindlicher als bei bleibenden Zähnen." Insbesondere bei kleinen Kindern könne die Mundhygiene und damit die Vorbeugung von Karies eine Herausforderung sein. Klare Botschaft des IQWIG: „Fluoridlack trägt wirksam zur Remineralisierung der Zahnoberfläche bei und verhindert die Entstehung und das Fortschreiten von Karies. Speziell bei kleinen Kindern bietet der Einsatz von Fluoridlack Vorteile, weil er schnell aushärtet."

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BARMER-Studie: Frauen gehen öfter zum Zahnarzt

In ihrem diesjährigen sogenannten „Zahnreport", den die BARMER alljährlich auf ihrer Datenbasis erstellt, ist ablesbar, dass offenbar Frauen häufiger die zahnärztliche Praxis aufsuchen als Männer. Während im Jahr 2016 rund zwei Drittel aller Männer mindestens einmal die Zahnarztpraxis aufgesucht hatten, waren es drei Viertel aller Frauen. Die kürzlich veröffentlichten Daten zeigen auch, dass Frauen – es geht bei dieser Studie einer gesetzlichen Krankenkasse nur um „Kassenleistungen" beim Zahnarzt –auch mehr zahnärztliche Leistungen in Anspruch nehmen als Männer. Entsprechend sind die durchschnittlichen Kosten, die die BARMER für die zahnärztliche Behandlung ihrer männlichen Mitglieder bezahlt, auch deutlich niedriger (177 Euro/Männer gegenüber 196 Euro/Frauen). Das wird auch an einem Detail deutlich: Doppelt so viele Frauen wie Männer erhalten eine Aufbiss-Schiene (z.B. gegen stressbedingtes Knirschen). Frauen nehmen zudem etwas häufiger als Männer an Parodontitis-Diagnostik teil. Die Krankenkasse sieht dies als Bestätigung für das „nachweislich höhere Gesundheitsbewusstsein von Frauen."

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Parodontitis: Behandlungs-Kontinuität hilft

Eine aktuelle Studie unter Leitung von Prof. Dr. Renate Deinzer, Universität Gießen, ist der Frage nachgegangen, wie eine Parodontitis-Behandlung noch erfolgreicher, vor allem aber nachhaltiger Besserung bringt. Unter anderem hat sich dabei gezeigt, dass diejenigen Patienten, die in Parodontitis-bezogener Mundhygiene immer wieder geschult als nur einmalig unterwiesen wurden, deutlich bessere Mundpflegeergebnisse hatten. Ebenfalls wenig erstaunlich, aber nun immerhin bestätigt ist der Effekt der Therapie-Treue: Diejenigen Patienten, die über Jahre hinweg die Angebote einer so genannten unterstützenden Parodontitis-Behandlung nutzen, hatten im Verlauf der Beobachtungsjahre deutlich weniger Zähne verloren als die Vergleichsgruppe. Es hat sich allerdings auch gezeigt, dass es weiteren Forschungsbedarf gibt, um direkte Zusammenhänge zu überprüfen – die Wissenschaftler bedauerten entsprechend, dass es keine finanziell ausreichenden Forschungsgelder für eine über mehrere Jahre laufende komplexe Studie gebe, hier sei auch Unterstützung im Sinne der öffentlichen Gesundheitsvorsorge notwendig.

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Parodontitis: Zusammenhang mit Magenkrebs

Immer mehr Studien lassen einen Zusammenhang von Parodontitis mit teilweise schweren Allgemeinerkrankungen, auch chronischen Erkrankungen erkennen. Typische Mundbakterien finden sich beispielsweise bei entzündlichen Herzerkrankungen, sie erschweren einen Diabetes mellitus und stehen in Verdacht, bei weiteren Erkrankungen belastend zu wirken. Wie nun eine aktuelle Studie der Zahnklinik der New Yorker Universität zeigt, sind die Mundbakterien offenbar auch ein Risikofaktor für die Entwicklung von Magenkrebs. Bei Patienten mit Krebs-Vorstufen fanden sich im Vergleich zu gesunden Menschen deutlich mehr Keime, die zu den klassischen „Bewohnern" der Parodontitis-Zahntaschen gehören. Auch war der Biofilm nicht mehr durch eine Vielfalt sich gegenseitig in Schach haltender Bakterienfamilien stabil, sondern durch teilweise ganz fehlende Bakteriengruppen aus dem Lot geraten. Erneut zeigt sich daher, welche bedeutende Rolle ein „gesunder Mund" für die Allgemeingesundheit spielt: Sorgfältige Mundhygiene pflegt das biologische Gleichgewicht und tut damit nicht nur Zähnen und Zahnfleisch Gutes.

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Lange Zähne: Was tun gegen die Empfindlichkeit?

Gut geschützt im oberen Bereich vom harten Zahnschmelz und im unteren Bereich vom Zahnfleisch liegt der Zahnhals. Hier finden sich winzigste Kanäle, die über Nervenfasern an das Nervensystem angebunden sind. Ist der Schutz beispielsweise über das Zahnfleisch nicht mehr gegeben, werden Reize wie Kälte oder Säure über diese Kanäle direkt an den Zahnnerv weitergeleitet, es entstehen kurz- oder längerfristige teilweise heftige Schmerzen. Zwar ist es möglich, die Empfindlichkeit dieser Zahnbereich dadurch zu lindern, dass man solche Stellen mit einem fluoridhaltigen Lack oder speziellem Kunststoff quasi versiegelt. Die Beschichtung hält aber nicht für immer und führt auch nur zu einer Desensibilisierung, nicht zu einer nachhaltigen Lösung des Problems. Wiewohl dies für betroffene Patienten schon eine große Hilfe darstellt, ist der beste Weg, wie eine Veröffentlichung vor einigen Wochen in einer Fachzeitschrift zeigt, das Zurückweichen des Zahnfleisches möglichst zu vermeiden. Bei den Prophylaxe-Terminen sollte man daher auch den Gesundheitszustand des Zahnfleisches prüfen und bei ersten Anzeichen einer Rückbildung nach den Ursachen suchen lassen. Infrage kommen hier beispielsweise zu kräftiges Zähneputzen („Schrubben"), Fehlbelastungen wie Zähne pressen beziehungsweise Knirschen oder auch eine beginnende Zahnbettentzündung. Ist die Ursache erkannt, lässt sich im Frühstadium viel tun, um das Zurückweichen des Zahnfleisches zu stoppen oder zumindest deutlich zu verlangsamen.

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Partnersuche: Blick auf die Zähne

Wie eine jüngst auf der Statistikseite statista.de veröffentlichte Studie zeigt, schauen Menschen auf der Suche nach einem Partner zuallererst in dessen Gesicht. Während sich hier Männer und Frauen noch einig sind, driften ihre Ansprüche bei Punkt zwei etwas auseinander. Der Umfrage unter rund 3000 Singles zufolge achten Männer als zweitwichtigsten Aspekt auf die Augen der Frau – die Frauen dagegen auf die Zähne des Mannes. Das Aussehen der Zähne landete bei den äußeren Werten, die Männer beachten, erst auf Platz drei. Vergleichbar ist aber der Anteil der Personen, die Zähne als relevant für die Attraktivität erachten: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen betrachteten rund zwei Drittel der Befragten die Zähne als wichtig für den Gesamteindruck. Das „Drumherum", die Lippen und der Mund insgesamt, spielten dagegen eine deutlich kleinere Rolle. Viele weitere Studien bestätigen die gewichtige Rolle der Zähne für die Attraktivität – nicht nur für den privaten Erfolg, sondern auch für den beruflichen. Eine Langzeitstudie der Universität Hamburg ergab, dass fast 90 % der Bundesbürger davon ausgehen, dass schöne Zähne auch bei der Karriere helfen.  

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Neue Studie: Zahngesundheit Zwölfjähriger hervorragend

Regelmäßig erhebt die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) den Mundgesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen hierzulande. Die vor wenigen Wochen veröffentlichten Daten der jüngsten Studie zeigen, dass immerhin vier von fünf Kindern im Alter von 12 Jahren kariesfreie bleibende Zähne haben. Zusammen mit Dänemark liegt Deutschland mit diesen Werten auf dem internationalen Spitzenplatz. Grund für die naturgesunden Zähne dieser großen Anzahl an jungen Jugendlichen sind nicht zuletzt die vielfältigen Prophylaxe-Maßnahmen in Familie, Schule und Zahnarztpraxis. Allerdings wies die DAJ auch darauf hin, dass erneut ein deutlich zu hoher Wert für zerstörte Milchzähne notiert werden musste, auch wenn insgesamt die erhobenen Werte für eine gestiegene Mundgesundheit im Milchzahnalter sprächen: Im Alter von 6 – 7 Jahren hatten gerade einmal knapp 54 % aller Kinder naturgesunde Zähne. Im Alter von 3 Jahren zeigten bereits fast 14 % aller Kinder karieszerstörte Milchzähne. Die Studienergebnisse zeigen erneut, dass eine kleine Gruppe von Kindern besonders viele geschädigte Zähne haben, nicht selten handelt es sich hier um Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Der Vorstand der DAJ betonte daher, dass es weiterhin und verstärkt Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft sei, die mundgesundheitliche Chancengleichheit in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen.

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