Frauen: mehr Autoimmunerkrankungen, mehr Risiken

Statistisch gesehen sind deutlich mehr Frauen von Autoimmunerkrankungen betroffen als Männer: In solchen Fällen hält das Abwehrsystem körpereigene Zellen für Fremdkörper und zerstört sie. Ein gestörtes Abwehrsystem ist – je nach Ausprägung – insofern auch eine Herausforderung, wenn tatsächliche Fremdkörper wie Implantate einheilen, sich also dauerhaft mit den Zellen des Körpers verbinden sollen. Hier kann es vorkommen, berichtete die auf Innere Medizin spezialisierte Prof. Dr. Elisabeth Märker-Hermann (Wiesbaden) kürzlich bei einem großen Implantologenkongress, dass sich schon sehr bald nach dem Einsetzen des Implantates eine Abstoß-Reaktion des Körpers zeigt. Dies werde insbesondere bei Autoimmunerkrankungen wie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn, aber auch bei der ebenfalls chronisch-entzündlichen Drüsenerkrankung Morbus Sjögren beobachtet. Nicht selten sind die Autoimmunerkrankungen auch mit allergischen Prozessen verbunden. Belegt sind, so die Wissenschaftlerin, enge Verbindungen und sich gegenseitig ungünstig befördernde Zusammenhänge von rheumatoider Arthritis und Parodontitis. Eine gestörte Körperabwehr ist auch ein relevanter Aspekt bei Periimplantitis, der Entzündung des Gewebes rund um das eingesetzte Implantat.

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