Geschädigter Zahn: Wurzelbehandlung oder Implantat:

Ist ein Zahn aufgrund einer Schädigung seines lebendigen Innenlebens (Gefäße in der Pulpa) so zerstört, dass er als „abgestorben" gilt, stellt sich immer mal wieder die Frage: Ziehen und beispielsweise durch ein Implantat ersetzen – oder die Wurzel behandeln und füllen und den natürlichen Zahn an seinem Platz erhalten? Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort, weil ganz maßgeblich der individuelle Patient, seine Mundsituation, aber auch seine Allgemeingesundheit beachtet werden muss. Beide Lösungen können also, jeweils individuell gesehen, die richtige sein. Was „richtig" ist, richtet sich auch nach den Anforderungen: Wie lange wird der erreichte Zustand gesund und stabil funktionieren? Dazu hat die wissenschaftliche Fachgesellschaft für Endodontologie (Zahnwurzelbehandlung) nun eigene Daten veröffentlicht. Demnach haben heutzutage Wurzelbehandlungen eine sehr hohe Erfolgsrate von 85 – 95 % innerhalb von fünf Jahren nach der Behandlung. Nicht ganz auszuschließen sind allerdings Infektionen, die den wurzelbehandelten Zahn gefährden. Wird die Wurzelbehandlung dann noch einmal wiederholt, sieht es mit dem Erfolg schon nicht mehr ganz so gut aus. Ist der Zahn nicht mehr zu retten, seien Implantate ein hervorragendes Angebot im Bereich der möglichen Behandlungsalternativen.

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Aktuelles aus der Praxis

Bruxismus: Wo kommt er her?

Der Volksmund kennt viele Faktoren, die für Knirschen und Zähne pressen (Bruxismus) verantwortlich sind: „Beiß die Zähne zusammen" heißt es beispielsweise bei Überforderung und „auf einem Problem herumkauen" bei – nicht zuletzt seelischen – Belastungen. Dabei ist das Spektrum der Auslöser deutlich größer, wie ein aktueller Beitrag in einer zahnärztlichen Zeitschrift zeigt. Mitverantwortlich können angeborene Faktoren sein, Allgemeinerkrankungen, Schlafstörungen, Medikamente, aber auch Alkohol und andere Suchtstoffe. Eine vergleichsweise unerhebliche Rolle spielen sogenannte okklusale Faktoren, wenn also die Kiefer leicht verschoben gegenüber stehen und sich keine harmonische Mundentspannung erreichen lässt. Die Wissenschaft sagt heute, dass die Zähne die Gegenstände sind, an denen der Bruxismus sich gewissermaßen auslebt, aber nicht dessen Ursache. Die Folgen solcher falschen „Zahn-Arbeit" sind vielfältig: Nicht nur führen sie zu Schäden am Zahn selbst und machen ihn oft überempfindlich, sondern sie belasten auch die Aktivität der Mund-Muskulatur und die Kiefergelenke. Bruxende Menschen neigen zudem zu Schlafstörungen, Kopf- und Nackenschmerzen. Welche zahnmedizinische Behandlung und mögliche Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen notwendig ist, ergibt sich aus der genauen Diagnostik.

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Papillom-Viren: mehr Kopf-Hals-Karzinome

Wie schwierig die Behandlung von Viruserkrankungen ist, hat die Bevölkerung aktuell bei der Bekämpfung des Sars-CoV-2-Virus erlebt. Das ist aber nicht das einzige, mit dem der Organismus zu kämpfen hat. Wie ein aktueller Beitrag in einer zahnärztlichen Fachzeitschrift darstellt, nehmen beispielsweise Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich, zumal im Rachen, zu – mitbeteiligt sind hier die sogenannten humanen Papillomviren (HPV).  Man kennt sie aus anderen Körperregionen: Sie werden üblicherweise in Verbindung gebracht mit Gebärmutterhalskrebs und Krebs in der Anal-Region. Was diese Bereiche mit dem Mund-Rachen-Raum verbindet: Es handelt sich um Schleimhautregionen. HPV ist sexuell übertragbar. Entsprechend verursachte Karzinome im Rachenbereich nehmen weltweit immer mehr zu, während ähnliche Karzinome im Kopf-Hals-Bereich, die auf zuviel Alkohol, Rauchen oder Stress zurückzuführend sind, eher eine sinkende Rate zeigen. Klar bestätigt hat die aktuelle Studie den Zusammenhang von HPV und Rachenkrebs. Erfreulich ist, dass die Behandlungsmöglichkeiten heute deutlich besser sind als in den zurückliegenden Jahren – und man heute besser vorhersehen kann, wann eine Behandlung eher erfolgreich sein wird und wann möglicherweise mit einem Rückfall gerechnet werden muss.

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Zahnreport: Kinderzahngesundheit gut

Auch wenn es immer nur die Daten sind, die die BARMER Krankenkasse aus ihrem eigenen Mitgliederbestand erheben kann: Alljährlich setzt die Kasse mit ihrem „Zahnreport" einen spannenden Fokus auf einen speziellen Aspekt der Mundgesundheit. In diesem Jahr stand bei dem im Mai veröffentlichen Ergebnis die Kinderzahngesundheit im Blickpunkt. Dabei wichen die Daten bezüglich der Zahngesundheit der 12-Jährigen von denen ab, die das wissenschaftliche Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in epidemiologischen Großstudien erhoben hat: Während die Krankenkasse bei zwei Dritteln der 12-Jährigen ein zahngesundes Gebiss vorfand, lagen die Studienergebnisse beim IDZ bei vier Fünftel. Auch seien die Faktoren, die bei den Studien erhoben worden seien, nicht ganz vergleichbar, betonte die Bundeszahnärztekammer. Erfreulich sei allerdings, ergänzte die Zahnärzte-Organisation, dass die insgesamt positive Entwicklung hin zu mehr Kariesfreiheit unter Kindern und Jugendlichen sich auch bei eher niedrigem Sozialstatus zeige. Erfolgsfaktoren seien die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen in den Zahnarztpraxen und vielfältige Vorbeugemaßnahmen wie Zahnversiegelungen. Rund 70 % aller Zwölfjährigen seien durch eine Fissurenversiegelung vor Karies weitgehend geschützt – Kinder ohne eine solche Versiegelung weisen eine dreimal so hohe Karieserfahrung aus. Das noch junge Konzept „Frühkindliche Karies vermeiden" ziehe ein engmaschiges Netz um die Kinderzahngesundheit in Sachen Vorbeugung.

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Geschädigter Zahn: Wurzelbehandlung oder Implantat:

Ist ein Zahn aufgrund einer Schädigung seines lebendigen Innenlebens (Gefäße in der Pulpa) so zerstört, dass er als „abgestorben" gilt, stellt sich immer mal wieder die Frage: Ziehen und beispielsweise durch ein Implantat ersetzen – oder die Wurzel behandeln und füllen und den natürlichen Zahn an seinem Platz erhalten? Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort, weil ganz maßgeblich der individuelle Patient, seine Mundsituation, aber auch seine Allgemeingesundheit beachtet werden muss. Beide Lösungen können also, jeweils individuell gesehen, die richtige sein. Was „richtig" ist, richtet sich auch nach den Anforderungen: Wie lange wird der erreichte Zustand gesund und stabil funktionieren? Dazu hat die wissenschaftliche Fachgesellschaft für Endodontologie (Zahnwurzelbehandlung) nun eigene Daten veröffentlicht. Demnach haben heutzutage Wurzelbehandlungen eine sehr hohe Erfolgsrate von 85 – 95 % innerhalb von fünf Jahren nach der Behandlung. Nicht ganz auszuschließen sind allerdings Infektionen, die den wurzelbehandelten Zahn gefährden. Wird die Wurzelbehandlung dann noch einmal wiederholt, sieht es mit dem Erfolg schon nicht mehr ganz so gut aus. Ist der Zahn nicht mehr zu retten, seien Implantate ein hervorragendes Angebot im Bereich der möglichen Behandlungsalternativen.

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Den Wettbewerb nutzen: Bakterien gegen Bakterien

Der Mund ist, genaugenommen, ein Biotop: Verschiedene Bakterienkulturen und andere Keime leben, wenn sie im Gleichgewicht sind, friedlich miteinander und erledigen die ihnen zugewiesenen Aufgaben. Ins Ungleichgewicht kommt dieses Biotop immer dann, wenn eine Bakterienart überhand nimmt und nicht mehr von „natürlichen Gegnern" in Schach gehalten werden kann: Dann muss das Immunsystem des Menschen die sich entwickelnden Entzündungen von innen bekämpfen. Kein Wunder also, wenn Wissenschaftler immer wieder darüber forschen, wie man eine solche aus dem Ruder laufende Entwicklung bei einer Bakterienfamilie durch einen „natürlichen Bakterien-Wettbewerb" eindämmen kann. Amerikanische Mikrobiologen sind jetzt einem solchen Ansatz auf der Spur: Sie fanden in einer speziellen Streptokokken-Art einen Partner, um eine Parodontitis-Keim-Familie einzudämmen. Ob, und wenn ja wie, sich daraus eine zahnärztliche Parodontitis- oder gar eine Vorbeugebehandlung ergibt, ist derzeit noch nicht absehbar – zeigt aber einen spannenden Ansatz, der sicher weiter verfolgt wird.

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Zahnpflege: Vom Auf und Ab und Hin und Her

Die beste Zahnbürste ist die, die man auch benutzt – an dieser alten Weisheit hat sich auch durch die neueste Forschung nichts verändert. Was sich aber zeigt, ist, dass man dieses Mundhygiene-Hilfsmittel je nach Einsatz mehr oder weniger erfolgreich einsetzt. Auch wenn es Grundregeln gibt wie „zweimal täglich drei Minuten": Letztlich ist jeder Mund anders, jeder Patient auch und insofern auch das individuelle Vorgehen bei der Zahnpflege. Wie der Mundgesundheits-Informationsdienst proDente kürzlich berichtete, benötigt man mit einer Handzahnbürste für das gleiche Putzergebnis mehr Zeit als mit einer elektrischen Zahnbürste. Auch beim Führen der Handzahnbürste gibt es einiges Grundsätzliches zu beachten: Es sollte immer gewischt und nicht geschrubbt werden. Wer täglich seine Zahnbeläge entfernt (wie man sich ja auch seine Hände wäscht, wenn sie schmutzig sind), wird es mit einem sehr weichen Belag-Brei zu tun haben, der mit Wischen gut zu beseitigen ist. Starkes Schrubben kann zu Abnutzungserscheinungen am Zahnschmelz und auch am mitberührten Zahnfleischrand führen. Zuerst werden die Kauflächen geputzt, dann die Außenflächen, dann die Innenflächen – und auch die Zahnzwischenräume dürfen nicht vergessen werden, für die es gesonderte Interdentalraumbürstchen gibt oder eben Zahnseide. Die Auswahl an elektrischen Zahnbürsten ist groß und es stehen verschiedene Putz-Systeme zur Verfügung: Um hier den größtmöglichen Effekt zu erzielen, sind entsprechend die unterschiedlichen Bedienungsanleitungen der Hersteller zu beachten. Individuelle Empfehlungen erhält man in seiner Zahnarztpraxis.

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Zukunft: immer weniger Zahnlosigkeit

Wie entwickelt sich die Mundgesundheit in den nächsten Jahren – und welche Konsequenzen hat das für die zahnmedizinische Versorgung? Diese Frage stellten sich deutsche Wissenschaftler, die vor wenigen Wochen das Ergebnis ihrer Arbeit in einem wissenschaftlichen internationalen Fachjournal veröffentlichten. Bereits zuvor hatte sich gezeigt, dass sich die Zahnlosigkeit zwischen 1997 und 2014 halbiert hat, wie eine zahnärztliche Zeitschrift berichtete: Nicht mehr jeder Vierte, sondern nur noch rund jeder Sechste der Untersuchten in der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre litt unter Zahnlosigkeit. Festzustellen war auch: Zahnlosigkeit zeigte sich im Oberkiefer häufiger als im Unterkiefer und häufiger bei Frauen als bei Männern und auch häufiger in eher bildungsfernen Schichten. Die aktuellen Berechnungen der Wissenschaftlergruppe zeigen nun: Bis zum Jahr 2030 dürfte der Anteil an Patienten mit Zahnlosigkeit noch weiter deutlich sinken, auf dann nur noch rund 4 % der Bevölkerung. Was für eine Veränderung hinter dieser kleinen Zahl steht, wird deutlich, wenn man sie in Relation zur Gesamtentwicklung der Bevölkerung in diesem Alter setzt: Im Jahr 2030 werden dann rund 80 % weniger Menschen von Zahnlosigkeit betroffen sein als 1997. Das bedeutet aber auch: Rund 20 % bleiben behandlungsbedürftig, vermutlich nicht zuletzt, weil sie vorbeugende Mundgesundheitsmaßnahmen aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend nutzen oder nutzen können. Zahnärztliche und zahntechnische Expertise in Prothetik bleibt also weiterhin gefragt.

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Diabetes: Zahnimplantate möglich?

Die Frage, ob Zahnimplantate auch eine für Diabetiker sinnvolle Zahnersatz-Lösung darstellen, ist eigentlich schon länger beantwortet: Ja, das sind sie. Die Frage stellte sich, weil Diabetes mellitus eine Stoffwechsel-Erkrankung ist, bei der das Heilungsgeschehen negativ beeinflusst sein kann. Eine gute Einheilung ist für in den Kieferknochen eingesetzte Implantate aber überlebenswichtig. Es hat sich gezeigt, dass vor allem ein gut eingestellter Diabetes einer erfolgreichen Implantation nicht im Wege steht. Neueste Erkenntnisse gehen sogar noch weiter: Selbst dann, wenn ein Diabetes nicht ganz so perfekt austariert ist, heilen, wenn auch etwas langsamer, Implantate bei verzögerten Verfahren (ohne Sofort-/Frühbelastung) in der Regel gut ein. Was alles beachtet werden muss, hat jetzt eine neue Leitlinie zusammengestellt, die in der Mitgliederzeitschrift der wissenschaftlichen Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) veröffentlich wurde. An die Patienten geht hier die Empfehlung, hinsichtlich ihrer Diabetes-Situation gut vorbereitet den Zahnarzt zu informieren – nicht nur über ihre Erkrankung selbst, sondern, wenn möglich, auch über ihren aktuellen HbA1c-Wert, also den durchschnittlichen Gehalt an „Zucker" im Blut. Worauf zu achten ist:  Diabetes-Patienten haben offenbar eine leicht höheres Risiko, eine Periimplantitis (Entzündung des Gewebes um das Implantat) zu entwickeln und bedürfen eines engeren Recalls als gesunde Patienten.

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