Kreidezähne: Rätsel endlich gelöst?

Seit sehr vielen Jahren ist ein Kernthema der zahnärztlichen Wissenschaft die Frage, was genau Ursache ist für die Zahnfehlbildung „Kreidezähne" – und damit die Antwort darauf, wie man sie verhindern und auch, wie man sie am besten behandeln kann. Zumindest dem Ziel, diese Entwicklungsstörung, die in der Fachwelt MIH / Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation genannt wird, besser zu verstehen, sind chilenische Wissenschaftler jetzt näher gekommen: Wie eine zahnärztliche Zeitschrift vor Kurzem berichtete, steht hier vor allem das Protein Albumin im Zentrum. Wenn sich im Mutterleib das Kind und auch seine Zähne entwickeln, kommen sie mit vielerlei Stoffen in Kontakt. Albumin ist ein natürlicher Bestandteil von Blut und auch der Gewebeflüssigkeit in dem Bereich, in dem sich die Zähne entwickeln. Wie die Studie zeigt, gibt es eine Schmelzbildungsstörung, wenn der wachsende Zahn direkt mit dem Albumin in Kontakt kommt: Die Zahnschmelzkristalle werden sozusagen fixiert und können nicht weiter mitwachsen. So interessant diese neue Erkenntnis ist, die vieles erklärt, ist sie aber nach wie vor nicht die eine richtige Antwort auf die Ursache-Wirkung-Frage, denn bei einer MIH sind nie alle Zähne eines Kindes von den weißen Flecken und der gestörten Schmelzbildung betroffen, und die betroffenen Zähne liegen auch selten alle direkt nebeneinander. Insofern ist zwar ein weiterer wichtiger Problempunkt entschlüsselt, die Grundfrage aber nach wie vor noch unbeantwortet.

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