Pandemie: mehr Bruxismus durch Stress?

Wer in den Zeiten der Pandemie nach „Zähneknirschen" oder dem Fachbegriff „Bruxismus" googelt, wird feststellen, dass Informationen dazu sehr oft abgefragt werden. Türkische Wissenschaftler haben das Suchverhalten gezielt überprüft und sich der Frage angenommen, welche Rolle Zahn- und Kiefer-Fehlbelastungen in der Pandemie spielen. Zwischen Mai und Oktober 2020 wurden Begriffe wie „Zähneknirschen" demnach 25 mal häufiger in das Suchfester eingegeben als im Vergleichszeitraum 2016 bis 2019. Verwundert war die Wissenschaftler-Gruppe nicht, denn diese herausfordernde Zeit führte bei vielen Menschen zu erheblichem Stress, und der Zusammenhang von Stress und Knirschen ist vielen Betroffenen auch bewusst. Die wirtschaftliche und/oder psychische Belastung sei für viele Menschen enorm gewesen, so das Forscherteam, zudem habe offenbar auch der Alkoholkonsum zugenommen, der seinerseits zu Fehlbelastungen des Kausystems führen könne. Die erhöhte Suchanfrage sei allerdings kein Beleg dafür, dass Knirschen und Zähne pressen auch tatsächlich zugenommen habe – aber ein Indikator dafür, dass die Menschen sich stark unter Stress fühlten.

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