Wenn Senioren mit ihrer herausnehmbaren Zahnprothese schlafen anstatt diese in ein Reinigungsbad zu legen verdoppelt sich das Risiko für eine Lungenentzündung, warnen japanische Wissenschaftler im Journal of Dental Research. Die Forscher von der Universität in Tokyo untersuchten im Rahmen einer dreijährigen Studie 500 Seniorinnen und Senioren, die im Schnitt 85 Jahre alt waren. Jene Älteren, die ihre Prothese auch in der Nacht trugen, hatten ein zwei- bis dreifach höheres Risiko für eine Lungenentzündung. Auch die Plaque-Belastung war höher und das Zahnfleisch öfters entzündet. Darum empfehlen Experten, eine herausnehmbare Prothese vor dem Schlafengehen in Glas mit einer Reinigungstablette zu legen. Bildquelle: GettyImages
Eine steigende Zahl von gesetzlichen Krankenkassen übernehmen inzwischen die Kosten einer professionellen Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis vollständig oder zumindest teilweise, obwohl die Reinigung rein rechtlich keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Allerdings sind die Regularien sehr unterschiedlich. Manche Kassen gewähren einen Zuschuss zur PZR pro Jahr, andere gewähren diesen pro Termin oder übernehmen eine oder zwei professionelle Zahnreinigungen jährlich. Das ergab eine Umfrage der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), die im April 2015 bei 124 Krankenkassen nachfragte. Eine Antwort bekam die KZBV jedoch nur von knapp der Hälfte der Kassen. Diese detaillierten Antworten hat die KZBV jetzt zusammengestellt und veröffentlicht. Eine PZR umfasst eine gründliche Reinigung von Zähnen und Zahnfleisch, eine Politur sowie eine Fluoridierung. Sie ist auch für Patienten sinnvoll, die ihre Zähne regelmäßig pflegen. Denn durch spezielle Instrumente erreicht der Zahnarzt bei einer PZR Stellen im Mund, an die Zahnbürste und Zahnseide nicht herankommen. Nach der Reinigung gibt das Praxisteam zudem individuelle Tipps zur Mundpflege und einer zahngesunden Ernährung. Bildquelle: GettyImages
Raucher, die mehr als 15 Mal täglich zur Zigarette greifen, haben ein dreifach höheres Risiko für Zahnverlust als Nichtraucher. Bei Raucherinnen ist dieses Risiko immerhin noch doppelt so hoch. Das belegt die sogenannte EPIC-Potsdam Studie, bei der ein internationales Forscherteam die Daten von mehr als 23.000 Personen aus Potsdam und anderen Regionen in Brandenburg analysiert hat. Schon bei der Eingangserhebung war das Risiko der Raucherinnen und Raucher im Vergleich zu den Nichtrauchern erhöht und stieg weiter über den gesamten Zeitraum der Beobachtung. Wenn Raucher auf den Griff zum Glimmstengel verzichteten, sank das Risiko für Zahnverlust und war nach 10 bis 20 Jahren rauchfreien Lebens vergleichbar mit jenem von Nichtrauchern. Bildquelle: iStock
Häusliche Gewalt, Vernachlässigung, ein geringes Familieneinkommen und niedriger Bildungsstatus sowie Alkohol und Drogenmissbrauch der Eltern hinterlassen Spuren im kindlichen Gebiss. Kinder, die unter derart ungünstigen Verhältnissen aufwachsen, leiden doppelt so häufig unter schwerer unbehandelter Karies, Zahnverlust und Zahnfleischentzündung als andere Kinder. Das zeigt eine britische Untersuchung. „Solche Zahnschäden im Kindesalter sind ein wichtiges Signal dass die betroffenen Kinder und deren Familien Hilfen und Unterstützung benötigen", schreiben die Experten in einer Fachzeitschrift für Zahnärzte. Bildquelle: GettyImages
Der Blick in den Mund kann dem Hausarzt helfen, das Risiko seiner Patienten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie eine vorzeitige Sterblichkeit abzuschätzen. Zu diesem Ergebnis kommen finnische Wissenschaftler bei einer Studie, bei der sie die Entwicklung der Gesundheit von mehr als 8000 Menschen über 13 Jahre begleiteten. Wie die Forscher jetzt im internationalen Journal of Dental Research berichten, besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Zahnverlust aufgrund von Zahnbettentzündungen (Parodontitis) und Herzinfarkt sowie Diabetes. Fehlten mehr als fünf Zähne war dieses Risiko deutlich erhöhte. Fehlten mehr als neun Zähne war auch das Sterberisiko der Betroffenen erhöht. Bildquelle: iStock
Im englischen Sprachraum kennt jedes Kind den Spruch, dass ein Apfel am Tag den Arzt fern hält („An apple a day keeps the doctor away"). Dem Wahrheitsgehalt dieses Reims haben nun US-amerikanische Ärzte erstmals auf den Zahn gefühlt. Resultat: Wird der Apfel eher als Symbol eines allgemeinen gesunden Lebenstils gewertet und weniger seine direkte Wirkung analyisert, kann das Kernobst in der Tat den Arzt fernhalten. Zunächst hatten die Forscher bei ihrer Analyse einen Zusammenhang zwischen Apfelessen und Arztbesuchen festgestellt: Tägliche Apfelesser mussten signifkant seltener einen Arzt konsultieren als Apfelvermeider. Allerdings schwand dieser Unterschied nachdem die Forscher weitere Faktoren in die Untersuchung integrierten: Apfelesser waren besser gebildet, schlanker, rauchten seltener und gehörten einer höheren Sozioökonomischen Schicht an als jene Probanden, die Äpfel nicht schätzten. Apfelesser benötigten jedoch generell weniger verschreibungspflichtige Medikamente als Apfelverächter. Dieser Unterschied blieb auch bestehen, wenn andere Faktoren berücksichtigt wurden. Für ihre Analyse haben die Forscher die Daten von 8700 Erwachsenen einer großen nationalen Gesundheits- und Ernährungsstudie ausgewertet. Ein täglicher Apfel hält also auf jeden Fall den Apotheker fern. Bildquelle: GettyImages
Bei den meisten Babys bricht der erste Zahn um den sechsten Lebensmonat herum durch. Der Prozess dauert etwa eine Woche: Vier Tage schiebt sich der Zahn zunächst im Kiefer nach oben, am Tag des eigentlichen Durchbruchs wird die Zahnspitze sichtbar, gefolgt von drei Tagen bis das Zähnchen sich komplett hochgearbeitet hat. Diese Phase ist für Baby und Familie eine Herausforderung. 92 Prozent der Kleinen sabbern, mehr als 80 Prozent haben Schlafstörungen und drei Viertel sind durch das Drücken und Jucken im Mund beeinträchtigt. Am Tag des Durchbruches ist auch leichtes Fieber keine Seltenheit. Das zeigt eine Untersuchung iranischer Forscher, die vor allem herausfinden wollten, wie man Babys in dieser Zeit unterstützen kann. Resultat: Beißringe und Zuwendung sowie die sanfte Massage des Zahnfleisches erwiesen sich bei dieser Untersuchung mit 270 Kleinkindern als besonders wirksam, um die lästigen Symptome zu lindern. Bildquelle: iStock
In Deutschland leiden etwa 20 Prozent der Bevölkerung an der sogenannten Refluxkrankheit. Verursacht wird diese durch den verstärkten Rückfluss sauren Mageninhalts in die säureempfindliche Speiseröhre, weil der untere Schließmuskel der Speiseröhre diese nicht mehr ausreichend abdichtet. Sodbrennen sowie schmerzhafte Entzündung mit Schleimhautveränderungen (Refluxösophagitis) können die Folge sein. Dass die Refluxkrankheit – trotz einer Therapie mit sogenannten Protonenpumpenhemmern – dennoch Auswirkungen auf die Mundgesundheit haben könnte, zeigt die aktuelle Studie eines deutsch-schweizerischen Wissenschaftler-Teams. Die Forscher diagnostizierten bei Patienten mit erosiver Reflux-Krankheit, deren Schleimhaut aufgrund der Säureattacken verändert war, häufiger auch eine massive Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) als bei Reflux-Patienten, mit unveränderter Schleimhaut. Nun wollen die Wissenschaftler in weiteren Studien die Rolle der Reflux-Krankheit auf die Zerstörung des Zahnhalteapparates weiter durchleuchten. Bildquelle: iStock