Nicht nur Knie- und Hüftgelenke können sich entzünden, sondern auch das Kiefergelenk. Doch anders als der verschleißbedingte Knorpelschwund in Knie und Hüfte, ist die Arthritis im Kiefergelenk kein Leiden des fortgeschrittenen Alters. Vielmehr lässt eine zu starke Belastung des Kiefergelenks, verursacht etwa durch Fehlstellungen des Gebisses, eine Asymmetrie der Kiefer oder nächtliches Zähneknirschen, den Knorpel erodieren und löst schmerzhafte Entzündungsprozesse aus. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Ein Forscherteam hat in einer Fachzeitschrift die verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Entzündungen des Kiefergelenks beleuchtet. Neben der Schmerzlinderung soll vor allem die fortschreitende Zerstörung des Gelenkknorpels gebremst werden, bevor dieser Prozess auf den Kieferknochen übergreift. Die Schmerzen können in den meisten Fällen gut mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden. Auch Gelenkpunktionen und kieferorthopädische Eingriffe können die Beschwerden lindern. Ob betroffene Patienten auch von so genannten Biologika profitieren, Arzneimitteln die bei rheumatoider Arthritis eingesetzt werden, wird derzeit in Studien überprüft. Bildquelle: gettyimages
Aphten, schmerzhafte entzündliche Schädigungen der Mundschleimhaut, sind weit verbreitet. Die genauen Ursachen dieser weiß-milchigen Geschwüre sind unbekannt. Wissenschaftler haben allerdings die Mundflora im Verdacht, die bakteriellen Bewohner der Mundhöhle. Ein britisches Forscherteam hat daher mit molekularbiologischen Methoden genauer untersucht, ob sich das Muster der bakteriellen Besiedlung auf der entzündeter Mundschleimhaut im Bereich der Aphten von jenem des umgebenden gesunden Gewebes unterscheidet. Dies genau war der Fall, wie die Wissenschaftler in einer Fachzeitschrift berichten. Außerdem waren die Aphten von Bakterienstämmen besiedelt, die bei der Entstehung von Parodontitis eine Rolle spielen. Das Muster der Mundflora auf den gesunden Schleimhautbereichen von Patienten mit Aphten unterschied sich darüber hinaus nicht von jenem gesunder Kontrollpersonen. Ob die spezifische Besiedlung allerdings Ursache oder Folge der Entzündung ist, bleibt weiterhin unklar. Bildquelle: gettyimages
Zahnbeläge, die Plaque, bilden sich auf allen Oberflächen in der Mundhöhle, an Zähnen genau so wie an den zugänglichen Bereichen von Implantaten. Wird dieser Biofilm aus Bakterien, Eiweißstoffen und Kohlehydraten durch eine gute Mundhygiene nicht konsequent zurück gedrängt, kann sich zunächst die Schleimhaut um das Implantat herum entzünden. Zahnärzte sprechen dann von einer Mukositis. Rauchen kann das Problem zusätzlich verschärfen. Schreitet die Entzündung unbehandelt voran, greift sie auf tiefere Gewebeschichten über, am Ende entzündet sich der Kieferknochen um das Implantat herum und wird abgebaut. Dann lautet die Diagnose Periimplantitis, es droht der Verlust des Implantates, umfangreiche Therapiemaßnahmen sind dann erforderlich. Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist eine systematische Nachsorge für Implantatpatienten wichtig. „Diese sollte optimal alle drei Monate erfolgen", raten die Experten der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, „am besten in Verbindung mit einer professionellen Zahnreinigung." Bildquelle: gettyimages
Eine Entzündung des Zahnbetts (Parodontitis) ist inzwischen in Deutschland die häufigste Ursache von Zahnverlust. Da bei einer Parodontitis auch nicht beeinflussbare genetische Faktoren eine Rolle spielen, tragen betroffene Patientinnen und Patienten auch nach einer erfolgreichen Behandlung weiterhin ein erhöhtes Risiko, dass die Entzündung erneut aufflackert. „Darum sind eine konsequente häusliche Mundhygiene, eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung und engmaschige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen unerlässlich", betonen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. Dies gilt für Parodontitis-Patienten generell und vor allem auch dann, wenn verloren gegangene Zähne nach einer erfolgreichen Parodontitis-Behandlung durch Implantate ersetzt wurden. Denn auch wenn die Entzündung unter Kontrolle ist, bleibt das Risiko für einen Implantatverlust bei diesen Patienten erhöht. Dies belegen zahlreiche Studien. Bildquelle: Gettyimages
Implantat-Patienten sollten ihren Plaque Index beim Zahnarzt kontrollieren lassen oder selbst kontrollieren. Denn dieser verrät, wie gut die Mundhygiene funktioniert, indem er Zahnbeläge (Biofilm) sichtbar macht. Wie israelische Wissenschaftler unlängst in einer Fachzeitschrift berichten, konnten sie bei einer Studie mit Implantatträgern zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Plaque Index und der Tiefe der Zahnfleischtaschen um die Implantate herum gibt. Wenn es den Patienten gelang aufgrund einer besseren Mundhygiene auch ihren Plaque Index zu verbessern, besserte sich auch der Zustand der Gewebe um das Implantat herum, die Zahntaschen wurden flacher. Verschlechterte sich der Plaque Index, maßen die Forscher bei den betroffenen Patienten auch tiefere Zahnfleischtaschen. Bildquelle: getty images