
Zahnlücken hören auf, lustig zu sein, wenn der natürliche Zahnwechsel durch ist und aus den Kindern Jugendliche und junge Erwachsene geworden sind. Eine Studie an Kindern und Jugendlichen in Australien, die deutlich mehr kariöse Defekte und Zahnverluste haben als die Kinder und Jugendlichen hierzulande, zeigt die gefühlten seelischen Belastungen. Rund 4400 junge Teilnehmende waren in die Studie einbezogen, viele von ihnen mit Zahnschäden und Zahnlücken, zumal im Frontbereich. Sie berichteten von Ausgrenzung und Hänseleien. Das sei ein Warnhinweis für die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit in der persönlichen Entwicklungsphase, sagten die australischen Wissenschaftler in der Bilanz ihrer Studie, und regten eine kostenlose zahnärztliche Versorgung für Kinder und Jugendliche an. Was in Australien gerade erst einfordert wird, ist in Deutschland schon langjährig selbstverständlich: Von Vorsorgeuntersuchungen über Maßnahmen der Gruppenprophylaxe bis hin zu Behandlungen ist die Mundgesundheitspflege in Deutschland für Kinder und Jugendliche kostenfrei. Die Australier wissen das vielleicht: Hierzulande beweist es sich als Erfolg, wenn sich Staat, Krankenkassen und Zahnärzteschaft zusammentun. In Deutschland gibt es eher das Problem, dass diese kostenlosen Angebote von manchen Familien gar nicht angenommen werden. Vielleicht werden die späteren Jugendlichen irgendwann ihre Eltern fragen, warum sie ihren Kindern diese kostenfreien Angebote vorenthalten haben.
Quelle: Patientennews der DGI