
Manchmal hilft nur noch ein Antibiotikum: Wenn eine bakterielle Entzündung weit fortgeschritten und zu einem gefährlichen Risiko für die Gesundheit geworden ist, gelten Antibiotika als gesichert wirksame Erste-Hilfe-Maßnahme. Das gilt auch für bakterielle Entzündungen im Mund. Voraussetzung für die Wirksamkeit ist, dass der betroffene Mensch nicht resistent gegen diese Arzneimittelgruppe ist – dann nämlich „greift“ der Wirkstoff nicht und die bakterielle Infektion schreitet voran. Weltweit werden zunehmend Resistenzen gegen diese Arzneimittelgruppe festgestellt, auch in Deutschland sind die Resistenzraten besorgniserregend. Entsprechend befassen sich viele Wissenschaftler mit der Lösung der Problematik einerseits durch Entwicklung alternativer Wirkstoffe und andererseits durch mehr Verständnis über die Hintergründe der Resistenzentwicklung, um von dieser Seite wirksam dagegen arbeiten zu können. Immerhin gehören Todesfälle durch Antibiotika-Resistenz zu den obersten zehn der hiesigen Todesursachen. Das Robert-Koch-Institut hat sich diesem Weg der Fragestellung verschrieben und entsprechende Studien gemacht. Die Auswertung einer sehr großen Anzahl an gemeldeten Antibiotika-Resistenzen ergab, dass Menschen in wirtschaftlich schwachen Regionen ein höheres Risiko auf Infektionen mit resistenten Bakterien hatten. Es sei unerlässlich, diesen Erkenntnissen mit maßgeschneidertem Vorgehen zu begegnen.
Quelle: Patientennews der DGI