
Übergriffe erleben auch hierzulande nicht wenige Mitarbeiter von Hilfsdiensten, in Arzt- und Zahnarztpraxen: Laut Deutschem Ärzteblatt würden täglich durchschnittlich 75 gewalttätige Vorfälle in Arztpraxen gemeldet, außerdem rund 2870 Fälle verbaler Gewalt. Fast jeder zweite der 1700 an der entsprechenden Umfrage teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte wurde in den zurückliegenden drei Jahren persönlich bedroht oder angegriffen. Damit ist die Situation hierzulande trotz allem noch besser als in Brasilien: Dort wurden jüngst 165 Zahnärztinnen in einem besonders bevölkerungsreichen Bundesstaat zu ihren Erfahrungen befragt. Über 60 Prozent von ihnen gaben dabei an, während der Arbeit angegriffen worden zu sein – entweder von Patienten selbst oder sie begleitenden Menschen. Versuche der Einschüchterung bis hin zu Stalking schilderten vier von fünf Zahnärztinnen. Für die im öffentlichen Dienst Tätigen war die Gefahr der Übergriffe dabei höher als für ihre Kolleginnen in der Privatpraxis. Insbesondere Begleitpersonen seien dabei auffällig geworden. Die Studie zeigte zudem Schwachstellen auf, die sich als Risiko erwiesen, darunter Praxen ohne besetzte Kontrolle am Eingang, bei Nachtarbeit und wenn die Zahnärztin allein in der Praxis war. Die letzten beiden Punkte kennt auch die Bundeszahnärztekammer hierzulande: Nacht- und Notdienst wird von Zahnärztinnen inzwischen als deutliches Risiko empfunden, manche von ihnen delegieren ihre Verpflichtung, auch für solche Einsätze zur Verfügung zu stehen, inzwischen an männliche Kollegen.
Quelle: Patientennews der DGI