
Ein schönes Beispiel, warum es zu kurz greift, bei zahnärztlicher Implantologie allein an Form und Funktion der Implantate hinsichtlich Haltbarkeit im Kieferknochen zu denken, ist die Infektiologie: Das beste Implantat hält nicht, wenn sich der Bereich, in den es eingesetzt wird, entzündet. Die Entzündungsvermeidung spielt von Vorbereitung des Einsetzens bis Nachsorge eine erhebliche Rolle in der implantologischen Zahnmedizin. Entsprechend ist auch der Umgang mit entzündungsbekämpfenden Medikamenten ein gewichtiges Thema. Meist wird vorbeugend mit desinfizierendem Chlorhexidin gearbeitet. Den guten Erfolgen stehen häufige Unverträglichkeiten und die Entwicklung resistenter Keime gegenüber. Wie auch bei den Antibiotika geht der Blick der Wissenschaft daher in Richtung Alternativen. Eine ägyptische Forschergruppe hat diesbezüglich die gängigen Produkte und auch neue natürliche Stoffe in ihren Leistungen und Nebenwirkungen verglichen und eine große Anzahl an Naturstoffen mit hohem Potential identifiziert, von pflanzlichen wie Teebaumöl und Aloe Vera über tierische Produkte wie Propolis (harzige Substanz beispielsweise aus Baumrinden) und Honig sowie bei den mineralischen Stoffen Tonminerale und Zeolythe (spezielle Silikate mit kristalliner Struktur). Neben der desinfizierenden Wirksamkeit zeigten diese natürlichen Produkte eine geringere Toxizität, eine gute Biokompatibilität und ökologische Nachhaltigkeit. Noch fehlen einerseits belastbare Studien und andererseits standardisierte Herstellungsverfahren – der Reichtum der Natur mit möglichen Alternativen zu einem industriellen Produkt wird aber für eine erfreuliche Perspektive erachtet.
Quelle: Patientennews der DGI