Implantate: Was bezahlt die Krankenkasse?

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bietet ihren Mitgliedern eine Vielfalt an zahnärztlichen Leistungen an, dazu gehört auch die Versorgung mit Zahnersatz. Im Bereich der Prothetik gibt es sehr unterschiedliche Lösungen für ein und dieselbe Situation im Mund eines Patienten. Einige davon gehören in den GKV-Leistungskatalog der Krankenkassen und werden – weitgehend – bezahlt (Regelversorgung, Festzuschuss). Andere Behandlungsmöglichkeiten wie implantatgetragener Zahnersatz werden als besondere Verfahren bezeichnet, die Kosten für die Implantation sind von den Patienten selbst zu tragen. Mitglieder der Privaten Krankenversicherung (PKV) erhalten je nach Vertrag entsprechende Kosten erstattet. Zuschüsse, wenn auch in vergleichsweise geringerem Ausmaß, erhalten allerdings auch GKV-Versicherte: Ihre Krankenkasse bezahlt einen Anteil an der Krone auf dem Implantat über den sogenannten „Festzuschuss". Die Frage, was das Implantat kosten wird und wieviel man selbst an Eigenleistung erbringen muss, ist berechtigt, wie Prof. Dr. Germán Gómez-Román, Pressesprecher der DGI/Deutsche Gesellschaft für Implantologie, kürzlich in einem Ratgeberbeitrag einer Zeitung betonte. Was Patienten selbst klären müssen, ist die Frage, was ihre PKV oder Private Zusatzversicherung genau an Leistungen erstattet – es gibt eine große Vielfalt an Verträgen mit individuell unterschiedlichen Vereinbarungen.

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Aktuelles aus der Praxis

Kinderzahn-Karies: Mix aus Bakterien und Pilzen

Viele Eltern wissen, dass an der Entstehung von Karies an Kinderzähnen bakterielle Beläge schuld sind – sie bilden sich auf den Zähnen und vermehren sich, wenn die Bakterien Nahrung bekommen. Die Bakterienfamilien bevorzugen zucker- und stärkehaltige Lebensmittel, ob flüssig oder fest, und es macht für die Karies-Keime keinen Unterschied, ob der Zucker aus dem Würfel kommt, aus der Schokolade, aus Honig oder aus Limonade. Wie eine neue Studie eines Wissenschaftler-Teams der Universität Pennsylvania zeigt, gibt es aber noch einen weiteren Begleiter im Zahnbelag, der mit dafür sorgt, dass die Plaque fester anhaftet und daher schwerer wegzuputzen ist: Pilze. Spezielle Pilze und Karies-Bakterien schützen sich gegenseitig vor antibakteriellen Medikamenten oder Zusätzen zur Mundhygiene und machen die Zahnbeläge widerstandfähiger. Daher empfehlen die Wissenschaftler, nicht nur die Keime, sondern auch die Pilze zu bekämpfen. Zusammen mit Zucker bildet sich eine Art Klebstoff, mit dem Pilze und Bakterien fester am Zahn anhaften können. Ein solcher „arzneiabfangender" Schutzschild ließe sich nur durch spezielle Medikamente aufbrechen. Noch ist kein spezifisches Mundhygiene-Produkt marktreif, aber allein das Verständnis für die Zusammenhänge erklärt, warum Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel möglichst zu vermeiden sind.

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Alter: nichts als eine Entzündung?

Mit einem spannenden Thema befasste sich vor wenigen Wochen die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin: Welche Rolle spielen chronische Entzündungen beim Alterungsprozess? Forschungsarbeiten zeigen, dass das Immunsystem im Verlauf des üblichen Alterungsprozesses eine wachsende Anzahl an entzündungsförderlichen Botenstoffen freisetzt. Damit verändert sich die ausgeglichene Zusammensetzung der Zellen im Immunsystem. Was abnimmt bei dieser Veränderung, ist die Abwehrkraft gegen spezifische Krankheitserreger wie bei klassischen Infekten. Dagegen nimmt die Aktivität von Abwehrmechanismen zu, die eher unspezifisch reagieren. Ausgelöst wird dadurch eine Kettenreaktion von mehr entzündungsförderlichen Zellen und einer Bildung von „Freien Radikalen", also belastenden Sauerstoff-Verbindungen, die als gewebeschädigend bekannt sind. Inzwischen werden viele typische Alterserkrankungen mit solchem Entzündungsgeschehen in Verbindung gebracht. Möglicherweise könnte dieser Aspekt auch bei chronischer Parodontitis eine Rolle spielen und die Empfehlungen, die die Mediziner geben, auch bei der unterstützenden Behandlung in der Zahnarztpraxis hilfreich sein: Alles, was oxidativen Stress begrenzt, könnte Entzündungsentwicklungen herunterfahren, dazu gehört eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und entsprechend Antioxidantien, ausreichend Bewegung und ein ausgeglichenes Leben mit sozialen Kontakten.

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Hobbytaucher: Zahn-Check nicht vergessen

Bei vielen Sportarten ist eine regelmäßige Kontrolle der Mundgesundheit wichtig – bei Leistungssportlern beispielsweise können schwelende Zahnbettentzündungen zu Leistungsbegrenzung führen. Auf ein anderes Sport-Thema wies kürzlich im Journal Apotheken Umschau der Tauchmediziner Dr. Konrad Meyne hin: Tauchfreunde könnten aufgrund der anderen Druckverhältnisse unter Wasser Zahnprobleme bekommen. Beispielsweise sei es möglich, dass die unter Wasser komprimierte Luft in kleine, bisher unbemerkte Löcher im Zahn oder auch unter undichte Füllungen eindringen kann – taucht der Wassersportler dann wieder auf, können diese Lufteinlagerungen nicht entweichen, die zuvor komprimierten Luftbläschen dehnen sich wieder aus und führen zu starken Zahnschmerzen. Empfohlen wird allen Tauchern, ihre Zahn- und Mundgesundheit daher regelmäßig prüfen zu lassen. Im Zeitraum einer Wurzelbehandlung empfehlen Experten, zeitweilig auf das Tauchen lieber ganz zu verzichten, ebenso einige Zeit nach chirurgischen Eingriffen. Welche Pausierungs-Zeiträume hier sinnvoll sind, erklärt der Zahnarzt bzw. ein Tauchmediziner.

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Kopf- und Gesichtsschmerz: komplizierte Diagnostik

Schon wer gelegentlich unter normalen Kopfschmerzen leidet, weiß, dass dieser Schmerz besonders intensiv ist. Während die Schmerzausschaltung in einem solchen Fall noch eher leicht ist und manchmal auch Entspannung hilft, ist dies bei undeutlichen und teilweise massiven Schmerzen im Kopf- oder Gesichtsbereich vergleichsweise eine erhebliche Herausforderung. Ort und Intensität der Schmerzen können stark wechseln und machen die Ursachensuche, die einer spezifischen Therapie vorangeht, schwierig. Manchmal breitet sich ein Schmerz, der an einer bestimmten Stelle im Kopf entsteht, über das ganze Gesicht aus und neigt dazu, chronisch zu werden. Es kann auch vorkommen, so eine aktuelle Information in einer zahnärztlichen Fachzeitschrift, dass chirurgische Eingriffe, auch im Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, die die Situation entlasten sollen, diese sogar eher verstärken. Nicht selten finden sich die ursächlichen Auslöser in stressbedingten, manchmal auch in Depressions-bedingten nervlichen Störungen, die sich ausweiten und „Schmerzbahnen" verursachen. Die Autoren des Fachbeitrages empfehlen, in solchen Fällen von Kopf- und Gesichtsschmerz auch die Expertise von Neurologen oder anderen Experten für den Kopfbereich einzubeziehen, ehe therapeutisch am „empfundenen" Ort des Schmerzes, dem Zahn, behandelnd gearbeitet wird.

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Verbindung entdeckt: Zahnbetterkrankungen und Sehvermögen

Offenbar gibt es neben den vielen bereits bekannten Zusammenhängen von Zahnbettinfektionen (Parodontitis) und verschiedenen Störungen oder Erkrankungen des Körpers noch eine weitere: Wie eine vor wenigen Wochen im einem amerikanischen Fachjournal veröffentliche Studie zeigt, finden sich typische Parodontitis-Keime auch bei älteren Patienten, die an einer Makuladegeneration und damit an einer starken Sehbehinderung leiden. Bisher wurde noch nicht genauer untersucht, wie sich die über das Immunsystem im Körper ausbreitenden Parodontitis-Keime im Sehzentrum auswirken. Nun hat man entdeckt, bisher in einer Studie an Mäusen, dass die Keime bestimmte Zellen im Augenbereich angreifen und schädigen und so die Sehfähigkeit beeinträchtigen. Die bisher veröffentlichen ersten Ergebnisse sollen weitere Studien nach sich ziehen, die den entdeckten Zusammenhang noch genauer überprüfen.

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Knirschen: Stress sitzt meist nicht „im Zahn“

Zwar mag es auch Fälle geben, wo ein ungünstiges Zahnprofil zu Kaustörungen und entsprechend Aufbiss-Stress führt – meist aber sitzt der Stress nicht im Zahn selbst, wie kürzlich beim Zahnheilkunde-Kongress der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz betont wurde. Demnach sind in den letzten 30 Jahren sowohl Anzahl als auch Intensität solcher Zahnbeschwerden enorm angestiegen, die auf „Lebenswelt-Stress" des Patienten zurückzuführend sind. Solche Belastungen weiten sich nicht selten auf die nervlichen Strukturen im Gesicht aus und erreichen auch den Mund und die Zähne. Werde hier mit einer Knirscherschiene gearbeitet, um die Zähne vor zerstörendem Knirschen oder Zahndruck zu entlasten, könne dies zwar in vorübergehenden Anspannungen sehr hilfreich sein – hielten die stressenden Belastungen aber über lange Zeit an, würden nicht die ursächlichen Auslöser der Schmerzen behoben, sondern nur Folgen gemildert. Manchmal stecke auch eine Form der Depression hinter den Anspannungen – psychosoziale Erkrankungen könnten aber nicht in der Zahnarztpraxis behandelt werden, sondern benötigten entsprechende fachliche Expertise.

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Professionelle Prothesen- und Spangenreinigung: Selbstzahlerleistung

Patienten mit herausnehmbaren Versorgungen wie beispielsweise Zahnersatz, kieferorthopädischen Geräten oder auch Knirscherschienen können in der Zahnarztpraxis oder dem Dentallabor eine professionelle Reinigung ihrer Therapie-Produkte erhalten – dabei werden sowohl härtere Beläge als auch Verfärbungen ebenso intensiv wie auch schonend durch entsprechende Geräte entfernt, die Oberflächen werden anschließend fachgerecht poliert. Saubere und geglättete Produkte bieten Bakterien weniger Anhaft-Möglichkeiten als es raue Oberflächen ermöglichen würden. Dies reduziert auch die Keimbelastung im Mund. Während der Pflege der herausnehmbaren Versorgung ist auch ein prüfender Blick dahingehend möglich, ob das „Gerät" noch einwandfrei in Ordnung ist oder sich erste Anzeichen für beispielsweise einen Sprung oder andere Nutzungsschäden zeigen. So wertvoll diese spezielle Pflege der Prothesen oder kieferorthopädischen Geräte ist, so wenig übernehmen gesetzliche oder private Krankenversicherungsträger die entsprechenden Reinigungs-Kosten – sie gelten als reine Selbstzahlerleistung und werden in der Regel den Patienten daher direkt in Rechnung gestellt.

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Diabetiker: Weniger Zahnarztbesuche als nötig

Eine vor wenigen Wochen veröffentlichte Studie seitens der Universität in New York zeigte auf, dass ausgerechnet diejenigen Menschen, die aufgrund einer chronischen Diabetes-Erkrankung am ehesten regelmäßige zahnärztliche Unterstützung benötigen, vergleichsweise eher selten zum Zahnarzt gehen. Das zeigte eine Umfrage unter rund 2,5 Millionen US-Bürgern. Etwas häufiger, aber immer noch zu wenig, zumal im Vergleich mit gesunden Befragten, nutzten Patienten mit einer Diabetes-Vorstufe die zahnärztlichen Begleitbehandlungen. Unsicher sind sich die Wissenschaftler hinsichtlich möglicher Gründe: Sie halten sowohl Kostenaspekte für möglich als auch mangelndes Bewusstsein für den besonderen Bedarf nach regelmäßiger mundgesundheitlicher Kontrolle. Unter anderem müsse der Zugang zu zahnärztlichen Leistungen in den USA optimiert werden. In Deutschland ist dieser aufgrund entsprechender Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen erheblich leichter und bietet bedarfsgemäß individuell benötigte Leistungen von kassenfinanzierten Kontrolluntersuchungen bis hin zu spezifischen Behandlungsschritten im Privatleistungsbereich.

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