
Während man im Mittelalter nicht wirklich Alternativen zu Pflanzenwirkstoffen hatte, eroberten sich zuletzt Arzneimittel aus dem Labor die Medizin, von Prävention bis Therapie. Manche Medikamente allerdings kommen inzwischen an ihre Grenzen, und mit dieser Entwicklung einher geht der Trend, in der Natur Assistenzstoffe zu finden, die das Gesundwerden verbessern. Mal als alleinige Alternative zum Medikament, mal in Kombination mit bekannten Pharmaka. Insbesondere rund um Infektionen wird die Wissenschaft immer wieder fündig: Diesmal ist es die brasilianische Jackfrucht, die ein ermutigendes Potential zeigt. Eine Wissenschaftlergruppe an der Universität in Sāo Paulo, Brasilien, hat ihre Inhaltsstoffe gemixt mit einem antimikrobiell wirkenden Extrakt aus Granatapfelschalen und einem etablierten Arzneimittel, Simvastatin, aus der Gruppe der Statine, die vor allem zur Senkung des Cholesterinspiegels verschrieben werden, aber auch entzündungshemmende Wirkung haben sowie die Knochenbildung stimulieren können. Man spricht in solchen Fällen von multifunktionalen Biomaterialien, die kontrolliert klar bestimmte Aufgaben erfüllen. Ziel des Forschungsversuches: die Behandlung der Zahnbettinfektion „Parodontitis“ zu verbessern und Regeneration von Gewebe zu stimulieren. Mit dem Jackfruchtlatex-Mix, der aufgrund seiner Konsistenz im Aufgabengebiet anhaftet, konnte erreicht werden, dass die Wirkstoffe über längere Zeit kontinuierlich an die entzündete Gewebe-Region abgegeben werden. Der Laborversuch hat gezeigt, dass der Effekt nach 21 Tagen sogar noch erfolgreicher war als beim Start. Grund genug, die ersten Ergebnisse auszuwerten, das Verfahren zu verfeinern und weiteren Tests zu unterziehen. Wichtig für Fans der Naturmedizin: Alle Inhaltsstoffe von Biomaterialien werden sorgfältig selektiert und gereinigt – und die Konzentration wird überprüft. Nur so können unerwünschte Nebenwirkungen reduziert oder ausgeschlossen werden.
Quelle: Patientennews der DGI