Zum Hauptinhalt springen
Patientennews

Karies: vorbeugen mit Kamille?

Karies kommt nicht direkt von Zuckerkonsum: Nur wenn Mundbakterien vor Ort sind, in diesem Fall an den Zähnen, wo die Keime Halt finden im Zahnbelag, und wenn sie dann Zucker aufnehmen und Säuren ausscheiden – nur dann entsteht Karies. Es sind die Stoffwechselprodukte der zuckerliebenden Bakterien, die den Zahnschmelz auflösen und dadurch zu Löchern führen. Damit das nicht passiert, wird seit vielen Jahren Fluorid eingesetzt: Es schafft eine schützende Verbindung mit dem Zahnschmelz und verhindert Säureschäden. Ob das noch besser geht? Das fragten sich brasilianische Forscher und testeten verschiedene Stoffe, die aus der Kariesverhütung bekannt waren und auf unterschiedliche Weise in die Kariesentwicklung eingreifen: Fluorid, Chlorhexidin – und für die Kontrollgruppe eine im ph-Wert stabile Pufferlösung. Neu dabei: echte Kamille in Form von entsprechendem Extrakt. Fünf Gruppen wurden getestet: eine nur mit Fluorid, eine nur mit Kamillenextrakt, eine mit Kamille und Fluorid, eine mit Chlorhexidin und die dem Vergleich dienende Gruppe mit der „Pufferlösung“. Das Ergebnis: Kombiniert man Fluorid mit Kamille, findet sich die mit Abstand stärkste Reduzierung der für die Kariesentwicklung wichtigsten Bakteriengruppen Streptococcus mutans und einer Lactobacillus-Art. Zudem blieb der Zahnschmelz stabiler als in allen Vergleichsgruppen. Auch wenn Fluorid allein besser abschnitt als Kamillenextrakt allein, ist das Gesamtergebnis bei Kombination signifikant stärker. Auch die Schutzschicht auf dem Zahn war bei der Kombination am besten entwickelt. Nun bleibt abzuwarten, wann entsprechende Kombipräparate für den Einsatz am Patienten geprüft und bei gutem Ergebnis freigegeben werden.

Quelle: Patientennews der DGI

Logo iDentis - Zahnarzt Berlin