
In der Schwangerschaft entwickeln sich in der Regel hormonbedingte Veränderungen im Mundgewebe, die das Potential haben, zu Entzündungen zu werden – was, wenn behandelt werden muss, invasive Eingriffe und eventuell auch medikamentöse Unterstützung erfordern und eine Belastung für die Schwangerschaft werden kann. Zudem belegen immer mehr Schwangerschafts-Studien, dass bakterielle Infektionen im Mund riskante Folgen für die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes haben kann. Der regelmäßigen zahnärztlichen Vorsorge-Kontrolle kommt daher eine große Bedeutung zu. Während werdende Mütter – so eine aktuelle Studie einer New Yorker Forschergruppe – weitgehend alle ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrnahmen, wurde der Blick auf die Mundgesundheit bisher eher vernachlässigt. Dem stellt sich nun ein Projekt entgegen, das beide medizinischen Disziplinen verbindet: Schwangere erhalten bei ihrer ärztlichen Vorsorge direkt vor Ort einen Termin für eine Kontrolluntersuchung in der Zahnarztpraxis. Das Programm „Bellevue Prenatal Oral Health“ wurde entwickelt und begleitet seitens der Ärzte und Zahnärzte der New Yorker Universität. Die Studie wird fortgesetzt und vertieft, da die Erfolge beeindruckend waren: Die Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen durch die schwangeren Frauen stieg erheblich an. In Deutschland gibt es keine spezielle Schwangerschafts-Vorsorge-Untersuchung als Kassenleistung – aber zweimalige kostenlose Vorsorge pro Jahre. Manche Krankenkassen bieten spezielle Zusatzleistungen für werdende Mütter.
Quelle: Patientennews der DGI